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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
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Wachtmeister Puschke stand vor seinem Kleiderspind im Tagesraum des Polizeireviers. Er nahm seine Thermosflasche aus dem oberen Fach, sah schmunzelnd auf die Zigarettenbilder an der Schranktür. Er ging selten ins Kino, aber seineFilmfrauen kannte er alle genau. In seinen Wunschträumen studierte er ihre Gesichter jeden Tag aufs neue. Bisweilen deckte er die Namen unter den Bildern mit der Hand zu und freute sich, wenn er sie alle auswendig kannte. Er stellte sich vor, wie sie lachen, küssen, lieben würden. Jede wohl anders, doch jede toll und sinnbetörend.

Puschke griff in seine Uniformtasche. Da war die Neue, aus der heutigen Zigarettenpackung. Er buchstabierte leise den Namen: Joan Crawford. Eine Amerikanerin. Er befestigte das Bild mit einem Reifßßnagel in der Mitte seiner Frauengalerie. Tolle Frau! In den langen Locken müßte man mal wühlen können. Die herrlichen Zähne, der Mund und Beine, Beine! Aaah!

Puschke klappte die Schranktür zu. Die Kameraden beob- achten mich vielleicht schon, dann geht wieder das blöde Witzeln los... Er ging zum Tisch, setzte sich neben seinen Freund Bau- mann, goß sich eine Tasse Kaffee ein.

Baumann schnitt sein Wurstbrot mit dem Taschenmesser in kleine mundgerechte Stücke und schweigend, ohne aufzusehen. Ein Kranz Uniformen saß um den langen Tisch im Tagesraum. Der Zirbel drüben erzählt wieder mal saftige Witze, dachte

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