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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
Seite
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Er erkannte Eva sofort. Dicht an den Häuserwänden entlang­gehend folgte er ihr, ließ sie nicht aus den Augen. Jetzt kam sie über den Fahrdamm, bog um die Straßenecke. Baumann trat schnell in eine Haustür, ging dann wieder hinter ihr, auf der anderen Straßenseite.

Wirklich, sie ging nach Hause! Noch einige Straßen, dann sah er Eva in ihr Haus hineingehen. Einen Augenblick stand er un­schlüssig, dann ging er zu dem Haustor, aus dem er die Autoszene beobachtet hatte. Ein Gefühl der Freude regte sich in Baumann. Vielleicht habe ich ihr doch unrecht getan mit all dem, was ich mir zusammengereimt habe? · Doch sein Mißtrauen blieb. Ich bleibe hier, beschloß er. Mit dem heutigen Abend kann ich so­wieso nichts mehr anfangen. Vielleicht kommt sie auch wieder herunter!

Er beobachtete zwei Kinder, die einen Trudelreifen vor sich herrollten. Sie riefen sich etwas zu, prallten gegeneinander, lach­ten und kreischten. So werden meine Kinder später auch... Er war so in Gedanken, daß er Eva fast nicht bemerkte, als sie aus dem Haus trat. Sie trug ein graues, enganliegendes Kostüm, das ihr Aussehen völlig veränderte. Sie geht also doch aus! Baumann empfand diese Feststellung wie einen körperlichen Schmerz.

Wieder begann der Gang durch die Straßen. In Baumann kochte die Wut. Wie sicher sie sich fühlt, sie dreht sich nicht ein einziges Mal um!- Ein kleiner schmächtiger Mann kam Eva entgegen, zog grüßend den Hut. Baumann verbarg sich hinter einer Litfaßsäule. Jetzt gingen die beiden weiter. Der Mann hatte Evas Arm genommen. So eine ist das also! Vor mir spielt sie die Unschuldige, Scheue, Sanfte, dabei hat sie an jedem Finger einen! Das ist aber nicht der mit dem Auto, der war viel größer. Und auf die bin ich reingefallen! Baumann ballte die Fäuste.

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