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„... ein Stück Kuchen ist doch etwas Herrliches! Aber alles wird dem Modefimmel geopfert. Schlanke Linie! Was soll man
machen, man muß sich eben anpassen“, plapperte die Kundin.
„Sie mit Ihrer Figur können doch unbesorgt sein“, redete Eva der Frau zu Munde.
„Das sagen Sie leise“, sagte die Kundin,„ja, wenn man so aus- sehen würde wie Sie, dann....!“
Baumann ging nervös auf und ab. Endlich zahlte auch die zweite Kundin und ging. Jetzt gleich aufs Ziel los, dachte Bau- mann.
Er sagte:„Ich wollte schon während der ganzen Woche einmal vorbeikommen, Fräulein Eva. Aber ich hatte wirklich keine Zeit. Heute abend habe ich aber dienstfrei—. Und da habe ich mir gedacht, wir könnten wieder einmal zusammen sein...“ Er machte eine Pause, sah Eva voll an.„Ich habe mich die ganze Woche darauf gefreut, Fräulein Eva. Wir hätten uns doch sicher yiel’zu.sagen,
Und ich hoffte, das ist inzwischen alles erledigt, ging es Eva durch den Kopf.
Sie sagte:„Das ist nett von Ihnen, Herr Wachtmeister, aber heute abend geht es wirklich nicht.“
„Aber Sie haben doch heute Ihren freien Abend, hat mir Herr Möller gesagt“, fuhr es Baumann heraus.
Eva verzog ärgerlich die Mundwinkel. Das hat mir gefehlt! Was der sich erlaubt, fragt Möller aus! Als ob er nach Belieben über meine freie Zeit verfügen kann!
„Ja, ich bin nicht im Geschäft“, sagte sie,„aber ich habe mir vorgenommen, heute abend zu Hause zu bleiben. Man hat soviel für sich zu tun und kommt nie dazu. Das muß auch sein, Sie
werden das verstehen, Herr Wachtmeister.‘“ Jetzt wird er wohl
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