Hände in den Hosentaschen. Klein und gedrungen wie er war, mußte er zu seinem Freund hinaufsehen.
,, Nein, nichts. Wieso?" fragte Baumann zurück.
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,, Gott , ich dachte nur- du bist so vergnügt..." Puschke kniff ein Auge zu und lachte, daß seine großen gelben Zähne frei wurden.
,, Wenn du schon anfängst zu denken!" sagte Baumann und gab Puschke einen Rippenstoß.
Baumann rückte sich einen Stuhl an den Tisch, sah sinnverloren zum Fenster hinaus und trommelte mit den Fingern. Plötzlich fragte er: ,, Du, Oskar, was würdest du sagen, wenn dein Freund Baumann eines schönen Tages heiratet?"
Puschke pfiff durch die Zähne. ,, Also doch eine Frau! Hab' ich richtig geraten. Darum warst du in der letzten Zeit so verändert!" Er tippte sich gegen seine Höckernase. ,, Die betrügt Puschke nie, das habe ich gerochen", lachte er. Er beugte sich dicht zu Baumann hinunter: ,, Ist sie hübsch?"
,, Und ob! Die müßtest du sehen!" antwortete Baumann stolz. Ihm wurde warm. Sein Glücksgefühl, das ihn in den letzten Tagen erfüllte, sprach aus ihm, als er Eva beschrieb, wie eine schöne Plastik, die es zu bewundern galt. Er erzählte von ihrem Ausflug an die Havel, verlor sich in Schwärmereien über ihre gemeinsame Zukunft. Puschke hörte ruhig zu. Als Baumann schwieg, sagte er: ,, Alles ganz schön und gut, aber mußt du sie gleich heiraten?"
Baumann sah ihn verblüfft an, dann ärgerte er sich. Daß er dem seine innersten Gefühle gezeigt hatte! ,, Was verstehst du denn schon davon!" sagte er grob. ,, Du wirst mal zufrieden sein, wenn dich überhaupt eine heiratet!" Er ging hinaus und warf die Tür hinter sich ins Schloß.
Mit Puschkes Meinung fand sich Baumann jedoch bald ab.
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