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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
Seite
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Mann nun schon verwarnt und ihm das letztemal sogar mit einer Anzeige gedroht, ärgerte sich Baumann. Jetzt steht sein Wagen wieder dicht an der Straßenkreuzung und hemmt den Verkehr. Dabei habe ich dem Mann die Polizeivorschrift genau erklärt: zehn Meter von der Verkehrsecke muß der Wagen stehen! Ach was, ist mir gleich heute. Stumm vorbeigehen konnte Bau­mann aber nicht: ,, Immer das alte Leiden mit Ihnen", sagte er. Der Händler verstand ihn sofort. Er zuckte mit den Schultern, nahm sein Pferd am Zügel und schob den Wagen zurück.

Als Baumann in die Grünstraße einbog, ging er unwillkürlich schneller. Die Tür der Konditorei stand weit offen. Nur Möller war im Laden. Er trat hinter dem Ladentisch hervor, strich mit den Händen über seine prall anliegende weiße Schürze und be­grüßte Baumann mit den Worten: ,, Auch wieder mal hier, Herr Wachtmeister? Wie geht's denn?"

,, Danke, gut", sagte Baumann. ,, Und bei Ihnen? Ist's Leben noch frisch?"

,, Danke, ich kann nicht klagen", sagte Möller. Sein Doppel­kinn schob sich breit über den Kragen. Seine Glatze, das ganze Gesicht schimmerten rosig. Er bot dem Wachtmeister eine Zi­garre an. Baumann lächelte verbindlich: ,, Vielen Dank, Herr Möller, aber jetzt im Dienst geht's nicht, für später dann."

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Baumann suchte mit den Augen. Wo war Eva? Ob sie bald kam? Sehen muß ich sie auf jeden Fall! Er suchte nach Wor­ten, um das Gespräch mit Möller in die Länge zu ziehen. Wäh­rend er redete, ging er nervös auf und ab und stieß fast mit Eva zusammen, die aus der Kaffeestube kam. Baumann sah sie ver­blüfft an. Eva hatte eine rosa Servierschürze um, trug ein rosa Häubchen.

Baumann trat zur Seite und sagte: ,, Na, wieder fleißig?"

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