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hören würden, der singt in einem fort ihr Loblied. Er ist fest davon überzeugt, daß Fräulein Eva ihm Glück gebracht hat, und daß sie ihm noch viel mehr Glück bringen wird. Manchmal werde ich beinah eifersüchtig, Frau Studienrat. Eva vorne und Eva hinten. Aber es ist wahr, sie ist sehr tüchtig. Seit sie hier ist, geht das Café viel besser. Es kommen Kunden, die sonst nie hier gewesen sind. Dabei sind wir doch auch immer liebenswürdig und zuvorkommend, Frau Studienrat, das muß man doch zugeben, nicht wahr?"
Frau Studienrat Seefeld stimmte der Bäckerfrau zu.
Frau Möller redete sofort weiter: ,, Es ist ja ganz natürlich, wir werden langsam alt, und die Menschen lieben es nun einmal, Jugend um sich zu haben... Mein Mann hat große Pläne. Wenn es mit dem Café so weitergeht, wie es sich jetzt angelassen hat, will er den leeren Laden nebenan dazumieten, die Mauern durchbrechen lassen, einige Musiker engagieren, und dann werden wir wohl auch eine Nachtkonzession bekommen, meint er. Ich sage ja immer, langsam mit den jungen Pferden, aber so ist der Mann nun mal, immer vorwärts, weiterkommen-." Sie unterbrach sich.
Eva war zurückgekommen. Sie begann frischen Blechkuchen auf kleine Glasteller zu legen. Ihre Finger bewegten sich flink. Sie waren etwas zu rosig, vom vielen Hantieren im Wasser; wenn es die Zeit zulieẞ, mußte sie das benutzte Kaffeegeschirr abwaschen.
Frau Studienrat Seefeld hatte inzwischen gezahlt. Sie wollte schon gehen, da fiel ihr etwas ein: ,, Ja, was ich noch sagen wollte, Frau Möller. Schärfen Sie doch Ihrem Lehrjungen ein, daß er sich bei unserem Frühstücksbeutel nicht verzählt! Sechs Brötchen kriegen wir, sechs und nicht fünf, wie es in letzter Zeit vorgekommen ist."
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