zu
ngs
iert
sten
mit
ade
old
tag
ger
ließ
age,
ben
lieb
oder
falls
rend
men
auf. inen
der
rief
ings
Enten
war,
be
trat
Isaß.
einer
über
sters.
mer
gar
löbliche Ausnahme unter den SS- Schindern. Wo er nur die Schrecken des Bunkers etwas zu lindern vermochte, tat er es, obwohl ihm dafür die schwerste Bestrafung in Aussicht stand. Dieser Aron sagte nun zu uns beiden: ,, Paßt jetzt mal gut auf! Von morgen ab habt ihr Dunkelarresttage. Das Fenster mit der Holzverschalung wird aber für euch nicht fest eingehängt. Ihr drückt auf den Rand des Fensters, das sich beliebig hoch öffnet. Droht die Gefahr eines höheren Besuches, dann klopft jemand dreimal an die Tür. Das Fenster muß sofort geschlossen werden. Verstanden?"", Jawohl", antworteten wir lachend und stammelten einige Worte des Dankes. Da kein höherer SS - Führer uns mit seinem Besuch beehrte, blieb das Fenster die ganze Zeit über offen.
Wir beide hielten nun dreitägige Priesterexerzitien ab. Rasch flogen die Stunden dahin. Beim Anbruch der ersten Nacht wurde die Tür unerwartet hastig geöffnet und jemand warf einige Päckchen in die Zelle. Etwas beunruhigt rührten wir anfänglich nichts an. In Dachau war man stets schwarzseherisch. Vielleicht waren es kleine Bomben mit Zeitzündung oder Fläschchen mit Giftgasen? Den Nazis trauten wir alles zu. Nach einer Weile betastete ich ein Paketchen. Kein Zweifel! Es war Brot und Wurst. Am andern Morgen untersuchten wir beim anbrechenden Tageslicht die vermeintlichen Gasbomben etwas genauer. Es war schönes Weißbrot mit Butter belegt. Wurst und Käse, nach der Qualität und Quantität zu urteilen zweifelsohne SS- Kost. Jeden Abend erhielten wir derartige Liebespakete. So war ich im Bunker ebenso gesättigt wie auf dem Block und hatte mehr Licht, als mir lieb war. Aron, du warst ein Prachtkerl von Kerkermeister!
Körperlich und seelisch gestärkt verließ ich mittwochs um 11 Uhr das fidele Gefängnis. Diese drei Bunkertage gehören zu den schönsten meiner Dachauer Erinnerungen. Am Donnerstag trat ich auf dem Büro der politischen Abteilung wiederum meinen Dienst an. Ich meldete mich bei meinem Chef Tulke mit den Worten: ,, Von der Reise zurück!" Tulke machte über seine Kollegen Böttcher und Kuhn einen derben Witz, den wiederzugeben unpassend wäre. Auch der Gestapohäuptling Kick empfing mich freundlich.
eine
10 Zeugen des Abendlandes
145


