geschickt hatte und, dabei erwischt, in den Bunker gekommen war. Ein Laie, nennen wir ihn Peter, kam als Mithelfer in Verdacht. Ich bekam den Auftrag, diesen mir gänzlich unbekannten Häftling Peter so lange zu bearbeiten, bis ein volles Geständnis erzielt wäre. Das war mir peinlich und gefahrvoll. Dieser Peter hätte ja ein Spitzel der Gestapo sein können, um auch mich auszuprobieren und bloßzustellen. Peter gab vor, meinen Namen vom Arbeitseinsatzbüro her gut zu kennen und mir, einem geistlichen Mithäftling, uneingeschränktes Ver- trauen zu schenken. Er erzählte mir:„Meine Schwester arbeitete als Privatangestellte mit mir in demselben Münchener Außenkommando. Kein Vorgesetzter weiß davon. Mit Hilfe meiner Schwester sind viele Briefe aus dem Lager geschmuggelt worden, auch jener des westfäli- schen Professors. Ich bin natürlich bereit, eher zu sterben, als meine Schwester zu verraten. Du mußt den geistlichen Professor bearbeiten, ja seinen Mund zu halten.“
War dies alles Roman oder Wirklichkeit? Unsere Besprechung fand nicht weit vom Tor statt, das zu den Bunkern führte. Gerade erblickte mein Auge den Vernehmungsführer Bach, der uns vom Fenster seines Büros aus beobachtete. Meinem Mithäftling scharf ins Auge schauend, fragte ich:„Bist du sicher kein Judas im Zebra- kleid?‘“ Antwort:„Ich leiste einen Eid auf meine unsterbliche Seele! Ich rede die volle Wahrheit. Deine Pflicht ist es, die Mitwisser zur Schweigepflicht anzuhalten. Wenn unvorsichtig geplaudert wird, endet meine Schwester am Galgen— und ich wohl auch. Du weißt jetzt,
was du zu tun hast.” Ich antwortete:„Guten Mut!Ich glaube dir.,
Wir werden schweigen, mag kommen was will.“ Ich stieg die Treppe hinauf zu Bach ins Büro und sagte:„Ich melde dem Herrn Ver- nehmungsführer gehorsamst, daß ich versucht habe, Klarheit in die peinliche Affäre zu bringen. Ich habe den Eindruck, daß mein Kamerad, mit dem ich soeben lange gesprochen habe, von dem Briefschmuggel gar nichts weiß.“
Der geistliche Professor wurde von mir eindringlichst aufgefor- dert, Schweigepflicht zu üben. Durch Zufall kam ich einige Zeit später auch als Gefangener in den Bunker und zwar gerade in die Zelle, in welcher dieser mein Kollege wegen seines Briefschmuggels eine mehrwöchige Strafe abbüßen mußte. Er bestätigte mir, daß viele
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