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Wie könnte ich ferner im Namen aller Kollegen reden, ohne von diesen dazu bevollmächtigt zu sein? Wahrheitsgemäß müßten nicht wenige Mißstände des Lagers Erwähnung finden, wodurch die Rache der Lagervorgesetzten gegen mich doch herausgefordert würde. Übrigens könne dem erzwungenen Bericht eines Häftlings kaum hoher Wert beigemessen werden.

Doch alle diese Ausflüchte nützten nichts. Die Antwort der Offi­ziere war kurz und bündig: ,, Sie und kein anderer." Die Bitte, eine vierundzwanzigstündige Bedenkzeit und eine freie Besprechung mit wenigstens fünf Kameraden zu gewähren, wurde anstandslos geneh­migt, eine öffentliche Abstimmung aller Pfarrer jedoch abgelehnt. Sorgenvoll kam ich gegen drei Uhr ins Büro zurück. Chef Kuno sagte, mein Gesicht sei gelb vor Aufregung. Zu meinem Beratungs­komitee wählte ich den Sozialisten Kuno, den Kommunisten Julius und den Altkatholiken Max, meine drei Kollegen des Arbeitseinsatz­büros, ferner unseren Kapellencapo Georg Schelling und den früheren Zentrumsabgeordneten Joseph Joos , einen Altelsässer. Wir arbeiteten die geforderte Erklärung so geschickt aus, daß keine Propaganda damit gemacht werden konnte. Folgende Gedanken wurden mit der Schreibmaschine auf drei Seiten Großformat getippt: Jeder Geistliche des Lagers müsse, nach meiner Auffassung, im Gewissen den illegalen Briefverkehr mißbilligen, da er schlimme Folgen für den einzelnen und für die Gesamtheit zeitige. Nach meiner persönlichen Wahrneh­mung sei kein Pfarrer vor meinen Augen durch die SS - Leute ermordet oder schwer mißhandelt worden. Die Geistlichen hätten jetzt leichte Arbeit in sauberen Räumen. Seit dem 16. Dezember 1942, dem Tage meiner Ankunft im Lager, mißfielen mir die langjährigen, ohne triftige Gründe und ohne Gerichtsurteil vollstreckten Inhaftierungen, ferner die ungenügende, fettlose Ernährung, die zu langen und zu schweren Arbeiten in vielen Kommandos, manche harte Mißhandlung durch die SS - Leute und durch das Personal, besonders auch die Überfüllung aller Blocks. Als Selbsterlebtes erzählte ich meine traurigen Erfah­rungen im Zugangsblock, speziell den Fall des Pfarrers Cordonnier. Zum Schlusse wurde in ein paar Worten das kurz erwähnt, was uns das harte Lagerleben etwas erleichterte, für die Geistlichen die Kapelle, für alle anderen Kameraden die Reinlichkeit, das schön eingerichtete

9 Zeugen des Abendlandes

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