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Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf mich daher die Nachricht, Sepp sei durchgebrannt. Die Hunde wären ohne ihren Pfleger heim­gekommen. Mir grauste vor der Zukunft, wußte ja dieser geistig gestörte Kamerad, daß ich das Manuskript des Dr. Karls zum Teil gelesen und sogar schon Vorbestellungen für das Buch gemacht hatte. Wird Sepp im Falle der Wiederfestnahme nicht alles verraten? Bereits drei Tage später saß der Flüchtige im Bunker, und richtig, er verriet seinen Freund Karls, der sofort auch mit dem Bunker Bekanntschaft machen mußte. Die Gestapo beschlagnahmte obendrein die Hand­schrift in Elberfeld . In dem Manuskript fanden die SS - Leute nicht wenig Angaben, die Karls nur den in den Büros angestellten Geistlichen verdanken konnte. Bald saßen vier katholische und ein protestantischer Kollege im Bunker. Nur einer gestand ein, Karls Stoff für seine Auf­zeichnungen geliefert zu haben. Die anderen hatten illegalen Brief­schmuggel getrieben. Im ganzen Lager herrschte große Aufregung.

Am 7. März 1944 ließ mich Lagerführer Trenkle um 11 Uhr auf sein Büro kommen. In steigender Unruhe mußte ich zwei volle Stunden vor der Tür warten. Lagerführer Kampe schrie mich grob an. Vernehmungsführer Bach brachte zweimal Akten ins Büro. Sonst plauderte er gerne mit mir. An diesem Tage aber hatte er nur böse Blicke für mich übrig. Durch einen Kameraden, der auf dieser Etage beschäftigt war, erfuhr ich, daß zwei höhere Berliner Offiziere im Zimmer säßen. Eine weitschweifige Untersuchung über die Karls­affäre sei im Gange. Schon viele Häftlinge seien verhört worden. Wird man nun auch mich in den Strafbunker abführen? Jedenfalls stand mein Entschluß fest, eher den Kopf unter das Beil zu legen, als einem Mithäftling durch meine Aussagen Schaden zuzufügen.

Punkt ein Uhr rief man mich in das Zimmer. Obwohl mein Herz vor Aufregung klopfte, heuchelte ich den Gleichgültigen. Am Tische saßen zwei SS - Offiziere, die Eichenlaub auf den Achselstücken trugen. Es waren also Offiziere im Range eines Generals. Gegen die Vor­schrift der Lagerordnung wurde ich aufgefordert, Platz zu nehmen und nach Belieben Notizen zu machen. Unwillkürlich fiel mir der Vers des Dichters Vergil ein: ,, Timeo Danaos! Was auch kommen mag, die Griechen fürchte ich, selbst wenn sie Geschenke bringen."

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