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Ganz anders lautet das Urteil über den elenden Hauptscharführer Bach, der früher Gastwirt in Kehl gewesen sein soll. Wie konnte Kommandant Weiß einen solch dummen, eingebildeten Mann als Untersuchungsrichter anstellen und dazu jahrelang im Amte dulden? Bach brüstete sich gerne. Gelegentlich sagte er mir, seinem Dolmetscher, mit stolzem Lächeln: ,, Goldschmitt, mir entrinnt kein Gauner. Ich errate sofort die Schuld noch vor der Untersuchung." Nun erlaubte ich mir, um seine Gunst zu gewinnen, eine plumpe Schmeichelei, über die ich mich eigentlich schämen müßte. Mir lag aber vor allem die Rettung meiner Kameraden am Herzen. ,, Das stimmt, Herr Vernehmungsführer", log ich frech ,,, Ihr intelligentes Auge sagte mir gleich bei unserem ersten Zusammentreffen, daß Sie ein geborener Kriminalist sind... Sie besitzen die geistige Kraft, die Delinquenten mit einem Schlage zu verwirren und Geständnisse zu erzwingen..." Da schwoll Bach vor Stolz gleichsam an. Er schloß mich in sein Herz, und ich hatte nun leichtes Spiel, diesen Gernegroß und Wichtigmacher zu überrumpeln, indem ich hier und da Scheinzugeständnisse machte, als ob ich gegen die Kameraden den Dolmetscher spielte...
Wie man hörte, soll Bach von den Amerikanern zum Tode verurteilt worden sein. Den Strang hatte er jedenfalls verdient, meinst du nicht auch, lieber Johann Schmitt? Dich hatte Bach wegen Rauchens 72 Stunder lang in den Stehbunker gebracht.
Nur drei Arbeitseinsatznazis sollen noch erwähnt werden. Der schon genannte Oberscharführer Pflaume hatte nach dem Fall von Stalingrad viel von seiner früheren Grobheit verloren. Er schrie manchmal ungebärdig, war aber nicht mehr ernst zu nehmen. In den letzten Monaten verkehrte Pflaume sogar kameradschaftlich mit uns. Öfters sind wir bei Fehltritten von ihm erwischt worden. Jedesmal hatte er gnädig ein Auge zugedrückt. Seine Prophezeiung, ich würde nach eventueller Entlassung ein Buch über Dachau schreiben, ging in Erfüllung. Ungewollt lieferte er selbst wichtigen Stoff dazu. Meine Bitte, aus den Archiven Statistiken zusammenstellen zu dürfen, welche die immensen Leistungen der SS in ein helleres Licht rücken müßten, schlug Pflaume nicht ab. Nun konnte ich einen Monat lang in den Archiven herumwühlen und kostbaren Stoff sammeln. Pflaume war es großartig gelungen, den Bock zum Gärtner zu machen.
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