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In den meisten Kommandos waren die Geistlichen am Sonntag von der Arbeit dispensiert. Nur die Strumpfstopfer machten eine traurige Ausnahme. Meine Sonderstellung erlaubte mir, erfolgreich einzugreifen.

Eines Tages jammerte ich bei der Firma Weber- Binder über diesen empörenden Zustand. Die Nazis duldeten eine Kapelle für die Geistlichen, verwehrten aber vielen Pfarrern das sonntägliche Hochamt. Das sei doch ein Widerspruch. Ich machte einen praktischen Vorschlag, und er fand Billigung. Nach der Lagerordnung durften die Strumpfstopfer wöchentlich, während der Arbeitszeit, einmal baden. Wir könnten nun, so meinte ich, dieses Bad auf die freie Zeit verlegen, um sonntags in der Kapelle ein Seelenbad nehmen zu können. Mit dem Ausdruck ,, Seelenbad" war der dicke Weber gewonnen. Na, wie ,, An die zwei Stunden." lange dauert denn so ein Seelenbad?" Nach ein paar Tagen war das Seelenbad genehmigt. Ich selbst mußte die Geistlichen, mit Ausnahme der polnischen Confraters, geschlossen zum Seelenbad führen und sie nach zwei Stunden nochmals zu der Strumpfstopferei zurückbringen. Schon am zweiten Sonntage kehrten wir überhaupt nicht mehr in den Keller zurück, und bald sind wir sonntags gar nicht mehr zur Arbeit angetreten. So lockerte sich im Dachauer Lager langsam die früher so tyrannisierte Disziplin.

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Der zartfühlende Leser möge jetzt die übelriechende Dachauer Redeweise entschuldigen! Wir 350 Strumpfstopfer, Schuster und Schneider der Kellerräume im Gebäude Nr. 4 hatten nur eine sehr beschränkte Anzahl von Aborten, die im ersten Stock lagen. Wir mußten über dem Platze die Treppe hinaufsteigen. Jeder benutzte gerne die Gelegenheit, von Zeit zu Zeit aus dem dumpfen Keller hinauszukommen, draußen etwas Luft und Licht zu schnappen, auch ungestört eine Zigarette zu rauchen, was nur im W. C. möglich war. Dort herrschte daher stets ein beunruhigendes Gedränge. Wie war dem abzuhelfen? Die Abortfrage quälte unseren nervösen Capo ungemein. Viele langatmige Reden mußten wir deshalb über uns ergehen lassen. Reformvorschläge, Methodenänderungen und Straf­androhungen brachten unsere Lachmuskeln oft in Bewegung. Alles half nichts. Die W. C. blieben umlagert und auch rauchgeschwängert. Nach einer schlaflosen Nacht hatte unser phantasiereicher Capo

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