endlich eine radikale Neuordnung erdacht. Es wurde die sogenannte Abortkommission ins Leben gerufen, in der drei Geistliche Sitz und Stimme hatten. Ein Pfarrer saß im Vorraum des W. C. mit der amt- lichen Mission, die Sitze nach Gebrauch auf Reinlichkeit nachzu- kontrollieren. Ein anderer Geistlicher mußte den Verkehr regeln, wie die Polizisten auf den Plätzen unserer Großstädte es zu tun pflegen. Ich wurde Generalsekretär dieser lebenswichtigen Kommission. Zur Eindämmung des menschenerdrückenden Andranges lag eine Liste vor mir, in die sich jene eintragen ließen, die ein Bedürfnisfeststellten, zu den W. C. hinaufsteigen zu müssen. Es durften zu gleicher Zeit nur zwei Mann austreten. Mir war auch die Schlüsselgewalt für die W.C. übertragen. Ich legte nun auf einem Bogen Papier zwei Kolonnen an, die eine mit der Überschrift:„große Kommission“, die andere „kleine Kommission“. Der ersten Gruppe wurden zehn Minuten be- willigt, der anderen vier Minuten. Es standen stets sehr viele Namen auf der Liste, und immer wieder liefen neue Petitionen ein. Da kam einmal ein bleicher Ordensmann zu mir und meldete ein Dringlichkeits- bedürfnis. Da ich ihm trocken zur Antwort gab, er käme erst am anderen Morgen um zehn Uhr dran, meinte er ebenso trocken:„Dann gibts einen Kurzschluß.“
Mit Recht verulkten wir die Abortkommission. Bald wurde sie auf Nimmerwiedersehen begraben. Ich schlug nun eine andere Lösung vor. Ein Oberinspektor sollte ununterbrochen vom Keller bis zu den W.C. auf und abgehen, die Säumigen zur Eile anspornen, die Wider- spenstigen notieren, den Rauchern die Zigaretten abnehmen usw. Mein Vorschlag fand allgemeine Anerkennung, und mir fiel das hohe Amt dieses Obergeneralinspektors zu. Das Geschäft gefiel mir, da ich jetzt andauernd auf Reisen sein konnte. Eines Tages redete mich ein unbekannter Lageroffizier an:„Na, warum laufen Sie denn immer hin und her? Sie sollen bei der Arbeit bleiben!“ In ein paar Worten waren meine amtlichen Obliegenheiten erklärt. Da meinte der Offizier lachend:„Sie sind also der Sch...hausgeneralinspektor?‘ Ich nickte bejahend!„Was sind Sie im Zivilberufe?“ Mit absichtlicher Betonung und scheinbar mit blutigem Ernst wurde die Antwort ge- geben:„Herr Lagerführer, nach Ihren Akten bin ich kommissarischer Bischof von Metz!“ Bluff! Der Offizier legte nachdenklich seine
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