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Anfang März schaute dieser Capo ganz elendig drein. Er war krank. Ich saß einmal lange neben ihm. Wir plauderten an diesem Tage, statt von Karl Marx oder Papst Leo XIII. , über religiöse Fragen. Glaubst du wirklich das, was du predigst..? Ihr Pfarrer betet während der Arbeit Psalmen und den Rosenkranz... Ich habe stets das Auge zugedrückt... Ich... ich habe schon lange nicht mehr gebe­tet... Seit ein paar Tagen muß ich so oft an meine gute Mutter den­ken.. ah, die ist fromm.. wir sind ja Protestanten, wie du weißt, du, lieber Pfarrer, sag's aber keinem, gestern Abend habe ich zum ersten Male wieder seit langen Jahren das Vaterunser gebetet... Weißt du, Goldschmitt, ihr Pfarrer imponiert uns.." Ich betete viel für unseren kranken Capo. Er war doch ein Prachtkerl... Ein paar Wochen später endete er im Krematorium. Am anderen Morgen stand ich lange vor dem Tabernakel, dachte an den guten Toten und weinte still um ihn.

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2) Im Desinfektionskommando

Als ich gelegentlich einmal mit einem Strohsack auf dem kahlen Schädel zum Magazin trabte, begegnete mir der Desinfektionscapo Jakob Koch. Er war der Ansicht, daß ein ehemaliger Bischof doch eine sauberere Arbeit verrichten müsse, als Strohsäcke herumschleppen. Er sei bereit, mich in seinen ,, Verein" aufzunehmen. Dies ließ ich mir nicht zweimal anbieten, weil in diesem Kommando die Geistlichen recht bequem und abwechslungsreich die Zeit totschlagen durften. Nach ein paar Tagen saß ich im Desinfektionskommando.

Koch war gläubiger Katholik. Er faßte uns nicht gerade mit Glacêhandschuhen an, blieb aber, mit etwas Zurückhaltung, stets an­ständig. Mich ließ er nach Belieben faulenzen oder arbeiten. Koch starb nach 12jähriger Inhaftierung kurz vor der Befreiung.

Der Untercapo dieses Kommandos war ein Wiener Fuhrknecht, dem es an Takt und guten Manieren fehlte. Dieser rohe Kommunist hat mir daher nie Sympathie abgerungen. Obendrein schwärmte er einseitig für seine russischen Lieblinge. Der bärbeißige Wiener Max darf aber keineswegs zu den Häftlingsschindern gezählt werden.

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