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Kaum war die Rotkohlsuppe hinabgewürgt, da schrie der Block­älteste: ,, Lauskontrolle." Der elementarste Anstand verbietet mir, diese, jedes Schamgefühl höhnende Szene ausführlich zu schildern.

Drei Lausinspektoren in Gefangenenkleidern sitzen breitspurig auf Hockern. Ein Sekretär steht daneben und macht Notizen. Alle Block­insassen ziehen sich ganz nackt aus und treten, einer hinter dem anderen, mit den Unterkleidern auf dem Arm, vor den hohen Laus­gerichtshof. Der erste Inspektor untersucht das Hemd, der zweite die Unterhose, so man eine solche besitzt, der dritte den Körper. Da steht man vor der hohen' Amtsperson splitternackt und muß sich eine hochnotpeinliche Untersuchung und Äußerungen gefallen lassen, die jeden halbwegs anständigen Menschen vor Wut kochen lassen.

Zu diesem anekelnden Schauspiel wurden oftmals Gäste einge­laden, Personal und auch SS - Kerle, die gaffend und höhnisch lächelnd vor uns standen. Es war dies ein teuflisches Grinsen, ein sadistisches Schmunzeln, wie ich es sonst noch nie auf einem Menschenantlitz gesehen habe.

,, Schreibtafel her! Ich muß mir das niederschreiben, daß einer lächeln kann und immer lächeln, und doch ein Schurke sein kann."

Fast drei Jahre lang war ich gezwungen, mich, zuweilen zwei- bis dreimal am Tage, auf der Arbeitsstätte und im Block, mit jedesmal stärkerem Ekel nackt vor die Läusekommission hinzustellen. Läuse müssen vertilgt werden. Darüber ist jede Diskussion überflüssig. Die Dachauer Methode war aber über jedes Maẞ abscheulich und ver­dammenswert. Alle Schikanen will ich vergessen; die Läusekontrolle jedoch hält in mir das Gefühl des tiefsten Abscheus gegen die Bande immer wach, und der Ekel steigt mir heute noch in den Hals. Diese widerliche Lauskontrolle zeigt sonnenklar die tierischen Instinkte, welche die SS- Schmutzfinke mit Wollust befriedigten und auch das Ziel, das sie bei uns im Auge hatten: nicht in erster Linie die Läuse, sondern jedes sittliche Empfinden und das angeborene Schamgefühl zu ermorden.

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