reichliche Erfahrungen gesammelt haben, sonst hätte er unmöglich derart auf dem Laufenden sein können. Man mußte schon tief unter das schmutzigste Tier gesunken sein, um sich eine Viertelstunde lang vor jungen Burschen, ergrauten Männern und hochgebildeten Men­schen wollüstig im Schmutz herumwälzen und sich mit sadistischem Schmunzeln an der Verlegenheit eines alten Mannes boshaft weiden zu können.

,, Pfaffen vortreten!" kommandierte dann der Bursche. Als wir zu zweien vor ihm standen, lachte er laut und höhnisch. Mein Herz klopfte vor Empörung heftig, und ich war bereit, mir um jeden Preis nur mit Protest den Saukübel gemeiner Redensarten über den Kopf gießen zu lassen. Frech grinste mich der Bursche an. Ich maẞ ihn mit verächtlichem, ja mit herausforderndem Blick. Der Mann war mir doch viel zu gemein. Er fragte: ,, Wie alt sind Sie?" Er wagte kein freches Du. ,, Wie oft haben Sie homosexuelle Schweinereien getrieben? In welchem Fach der Homosexualität sind Sie besonders bewandert?" Der Sadist sprach Wörter aus, die mir gänzlich unbekannt waren Seine Anspielungen konnten nur Fachleute auf dem Gebiete der Knabenschändung genau verstehen. Meine Empörung hatte den Höchst­grad erreicht. ,, Mein Herr," sagte ich mit betonter Würde ,,, belei­digen Sie mich nicht. Ich bin ein 60jähriger Priester, ein wehrloser Gefangener, der entrüstet ist, derartige Gemeinheiten mitanhören zu müssen. Ich halte es unter meiner Würde, Ihnen Antwort zu geben und trage bereitwillig die Folgen. Wollen Sie mich einer höheren In­stanz vorführen! Ich heiße Franz Goldschmitt und bin bischöflicher Kommissar in Metz." Statt des erwarteten Faustschlages ins Gesicht schob mich der SS - Held mit einem verlegenen Lachen beiseite und sagte: ,, Sie gefallen mir. So einen mutigen Kerl nehme ich auf mein Büro."

Wie mir ein Geistlicher, der im Erkennungsdienst angestellt war, später versicherte, hatte der feige SS- Mann eine heillose Angst vor meiner Beschwerde, da der damalige Lagerkommandant Weiß solch schmutzige Anrempelungen sicher bestraft hätte. Dieser schamlose Bursche ist mir nie wieder unter die Augen gekommen. Nachdem die Fingerabdrücke und die Photos aufgenommen waren, durften wir in unseren Block zurückkehren. An das wohlverdiente Mittagschläfchen konnten wir aber nicht denken.

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