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Noch war die Aufregung über den SS -Besuch nicht ganz verebbt, da brüllte schon wieder jemand:„Zugänge zu je fünf Mann antreten! Im Gleichschritt marsch!” Es ging zum Tore hinaus. Zum erstenmal sah mein Auge die breite Lagerstraße und die vielen Blocks etwas genauer. Vor Kälte schnatternd, humpelten wir in den ungewohnten Pantinen zum Spital. Dort erwartete uns ein Häftling, der in einen weißen Mantel eingehüllt war, wohl ein Krankenwärter. Schon von weitem schnauzte er uns an:„Etwas schneller, ihr elenden Scheißkerle, ausziehen!” Im Nu standen wir splitternackt in einem ungeheizten Raum und warteten geduldig wohl eine halbe Stunde lang. Vor Mattigkeit, Kälte und Wut erschöpft, mußte ich mich gegen eine Ohn- macht wehren. Ein SS-Arzt untersuchte uns oberflächlich. Kein Wort kam über seine Lippen. Nach seinem Gesicht zu urteilen, schien er nicht gerade herzlos zu sein. Wir wurden sodann abgewogen. Die Waage zeigte bei mir nicht ganz 65 Kilo. Im Spiegel sah ich hier mein bleiches, gealtertes Antlitz, mein weiß gewordenes spärliches Haar, meine ma- gere, entkräftete Gestalt. Ganz zusammengeschrumpft, ja gekrümmt stand ich da. Drei Monate hatten genügt, mich rüstigen Mann in einen baufälligen Greis umzuwandeln. Meine Zungengeläufigkeit blieb aber intakt, meine Energie und meinen Humor hatte man nicht klein kriegen können!„Un se mache mich doch nit kaputt, die Saupreiße”, sagte ich mir jeden Tag.
Nachdem wir unsere Lumpen wieder um den Körper geworfen hatten, führte man uns in ein anderes Zimmer. Hier stand neben einem großen Photoapparat ein junger SS-Schurke. Das alkoholgerötete Gesicht, das boshafte Grinsen und der höhnische Blick stießen ab. Schlimmes stand bevor. Das war eine wirkliche Mörderfratze. Die Feder sträubt sich wieder, alles zu erzählen, was sich hier beim Er- kennungsdienst abspielte. Und doch soll der Leser erfahren, wie diese SS -Kreatur einer empörenden Schamlosigkeit, maßlos bis zur Bestialität verfallen war.„Homosexuelle vortreten!‘“ rief der Kerl. Es meldete sich ein älterer Mann. Nun wurden Fragen gestellt und Antworten über Praktiken der Homosexualität erzwungen, die mir vor Entrüstung das Blut in den Kopf trieben. Solche Saugeschichten sind mir im Leben nie zu Ohren gekommen, ja, ich hätte solches überhaupt nie für mög- lich gehalten. Dieser SS-Teufel mußte praktisch auf diesem Gebiete
& Zeugen des Abendlandes 81


