Dann schritt die SS - Majestät wortlos im Zimmer von einer Ecke zur anderen und musterte mit scharfem Blick einzelne Kameraden. Es herrschte immer noch eine beängstigende Stille. In den Augen des SS - Schinders glühte sichtbar eine teuflische Wollust, die wehrlosen Gefangenen vor sich zittern zu sehen. O Schrecken, jetzt stand der Unhold vor mir. ,, Na, wie bist denn du Narr ausstaffiert? Wo bleibt denn eines deiner Hosenbeine? Warum sind die Nummern noch nicht angenäht? Warum bist du barfuß? Kerl, du bist ja noch nicht ge­waschen, du dreckiges Meerschwein..." Ohne mich überhaupt zu Worte kommen zu lassen, packte er mich am Arm und schüttelte mich hin und her, so daß meine Brille zu Boden fiel. ,, Was bist du von Beruf?" ,, Pfarrer."- ,, Das sieht man deiner dummen Fresse an, brauchte ja gar nicht zu fragen. Du Menschenbetrüger! Du Jugend­verderber! Du Schürzenjäger! Man kennt euch, ihr Saukröten...." Der Grobian schlug mich jedoch nicht, obwohl er im Vorbeigehen Püffe und Stöße austeilte. Bei der Türe blieb er noch eine Weile stehen, warf uns einen verächtlichen Blick zu, ließ noch einige Drohun­auf uns los und wandte sich endlich zum Gehen. Muth schrie laut: ,, Achtung!" Das SS - Ungeheuer verschwand.

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Wie von einem Alp erlöst, atmeten wir erleichtert auf. Nur lang­sam setzte die Unterhaltung wieder ein, nachdem uns Muth noch ein paar Minuten angebrüllt und dem Kameraden, der eben bestraft worden war, noch eine Dreingabe über die Ohren gehauen hatte.

Täglich erlebten wir zwei bis drei solcher und ähnlicher Szenen. Schließlich gewöhnte man sich daran, machte äußerlich ein veräng­stigtes Gesicht, in Gedanken sagte man sich: Steig mir den Buckel hinauf, und nachher spottete man über den ganzen dramatischen Aufzug.

Ein Pfarrer, der einige Wochen vor mir angekommen war, gab mir den Rat, da die SS es vor allem auf die Geistlichen abgesehen habe, fliehe man beim Herannahen eines solchen Barbaren in den Abort. Sich auf den Sitz niederlassen, den Kopf in die Hände ver­graben oder auf eine Zeitung stieren, muß das Werk eines Augen­blickes sein. Die SS betrete nämlich nur ganz selten einen' Abort. Dieser fein ausgeklügelte Rat bewahrte mich später, als Rapportführer Kuhn mich stets zu schikanieren suchte, vor vielen Unannehmlichkeiten.

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