6. Beim Erkennungsdienst
Gerade waren unsere froststarren Leiber in der warmen Stube etwas aufgetaut, da drangen schon wiederum laute Rufe zu unserem Ohr. ,, Block 15, Kaffee fassen!" Ein Dutzend Kameraden eilte zu der Pforte und schleppte keuchend schwere Kessel heran. Unsere Stube bekam deren zwei. Mit einer Aluminiumschüssel in der Hand stellten wir uns einer hinter dem andern auf, schoben uns im Gänsemarsch zu den Kesseln heran und faßten pro Mann etwa einen Liter der braunen, bitteren Brühe. Seit 20 Stunden hatten wir weder gegessen noch getrunken. Mit gieriger Wollust wurde daher das heiße Wasser hinuntergeschlürft, das wenigstens den leeren, knurrenden Magen etwas erwärmte. Da wir, die neuen Zugänge, in der Küche noch nicht angemeldet waren, bekamen wir erst am Nachmittag ein Viertel Brot für den vollen Tag.
Kaum war die Schüssel gewaschen, schrie schon wieder eine Stimme: ,, Alles hinaus, ihr Mistschweine! Stubendienst antreten!" Nach dem Schlusse des Appells hatten wir die Pantinen abgelegt Jeder stürzte sich nun auf die Pantinen, die im Vorraum zwischen dem Abort und dem Waschraum standen. Welch ein Schreien und Fluchen, welch ein Stoßen und Wegschieben! Man trat mir oft auf die nackten Füße. Endlich faßten meine Hände zwei halbzerschlagene Holzschuhe, die unter dem Arm hinausgetragen und erst auf der Blockstraße über die Zehen gestülpt wurden. Die schneidend kalte Dezemberluft spürte man nach der vorübergehenden Erwärmung jetzt um so besser. Wir spazierten auf und ab, machten Bekanntschaften mit Kameraden aus aller Herren Länder und purzelten ein paarmal, der unpraktischen Pantinen wegen, auf den Boden, während drinnen der Stubendienst die Aborte, Waschräume und die Schlafräume in Ordnung brachte. Da wurde mit viel Geschrei sehr hastig geputzt, gefegt, der Boden gewichst, die Fenster blitzblank gerieben, der Ofen und das Schuhgestell gereinigt usw. Jedem Dreck, auch dem geringsten Stäubchen, wurde der Vernichtungskrieg erklärt. Schimpfkanonaden und Stockhiebe halfen bei der Arbeit fleißig mit. Selbst der böswilligste Schwarzseher mußte der wohltuenden Reinlichkeit im ganzen Lager Lob spenden.
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