1 ein

und und leute welt. ı mit htete

alle, f der men- 1 der rrten wenl nach ‚ordet 1sel, & für nnig: t hin- erden ostäti- ‚Luft! Ecke ; abel Leute m den Aus nd so mere$ | beste ‚selnd gi Aus ne mil I. Da

regnete es Fluchworte, Faustschläge und Fußtritte. Leibweh, An- schwellen des Unterleibes ängstigten mich. Urinvergiftung, baldiger Tod schwebten vor meiner aufgeregten Phantasie, die jetzt alles durchs Vergrößerungsglas schaute. Am 14. Dezember drohte mir ein Nervenzusammenbruch. Bleich wie Kreide wankte ich zum Oberauf- seher und erbat zum Sondieren einen Arzt. Er fragte:Wie alt sind Sie? ‚60 Jahre.Ihr Beruf?Katholischer Geistlicher. Pfaffen und Greise brauchen wir nicht mehr! Sie können ruhig eingehen, Sie hinterlassen keine Lücke. Scheren Sie sich weg! Später führte mich ein Unterwärter, Zeuge des Gesprächs, in einen Abort außerhalb der Halle und rettete mir vielleicht dadurch das Leben. Plötzlich helles Lachen in einer Ecke des Saales.Goldschmitt, komm mal her! Eine Laus wird Dir helfen! In der Tat war ein Radikal- mittel gefunden, um aus dieser Dreckhalle in das saubere Stadtgefäng- nis zu kommen. Läuse sind nämlich gefährliche Überbringer der Fleck- typhusbazillen. Wer eine Laus hatte, durfte ein Bad nehmen, bekam frische Wäsche und bezog einen freundlicheren Kerker. Nun wurden Läuse gesucht und für eine Zigarette oder sechs Mark das Stück ver- kauft. Ja, die Häftlinge stibitzten die erlegten Läuse weg und verhan- delten sie unter den Kameraden. Leider konnte ich keiner Laus habhaft werden, und doch plagten mich in Dachau allzuviele.

Am 16. Dezember 1942 wurden wir zu je zwei aneinander gefesselt. Pfarrer Müller war arı mich gekettet. Vor Wut drangen mir die Tränen in die Augen. Da Müller größer ist als ich, Zerrten wir uns die Hand- gelenke wund. Mitleidig betrachteten uns am Bahnhof einige Frauen. Als wir ihnen zuflüsterten, daß wir katholische Priester seien, hielten manche beschämt die Hand vor die Augen und gingen traurig weg. Ahnten sie vielleicht, daß dieses alles-einmal eine furchtbare Sühne fordern würde? Bald standen wir wieder in einer der Zellen des Ge- fangenenwaggons, der uns nach Dachau brachte.

Transport zählt nur neun Buchstaben, ein Wort so klein, doch riesengroß an Menschenelend für Häftlinge, die oft zahlreiche Trans- porte mitmachen mußten. Damals ahnte ich nicht, daß man mich bald zwingen würde, gegen meinen Willen so viele Transporte zusammen- zustellen.

63