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das Gefängnis." Mit einem Jubelschrei, wie um zehn Jahre verjüngt, sprang ich vom harten Strohsack. Im Nu angekleidet, alles eingepackt, die Zelle gereinigt, das bißchen Eigentum zum Büro getragen. Welches Glück! Entlassen! Heute noch wieder daheim bei der Mutter! Vor der Türe standen schon zirka 20 Kameraden abmarschbereit, alle in bester Stimmung. Doch unsere Begeisterung machte der tiefsten Niedergeschlagenheit Platz, als uns die Kunde zugeflüstert wurde, wir kämen auf Transport nach Dachau . In einem in der Schweiz erschienenen Buche hatte ich bereits über dieses Mordlager gelesen. ,, Eine Fahrt in den sicheren Tod", zuckte es mir durch das Gehirn. Bald standen wir in dunkler Nacht am Saarbrücker Bahnhof. Pfarrer Müller sagte mir leise ins Ohr: ,, Wir wollen fliehen. Kein Wärter ist sichtbar." Ich lehnte das Wagnis der Flucht ab. Möge Gottes Wille geschehen! Der Gefangenenwaggon war in enge Zellen mit vergitterten Fenstern eingeteilt, in jeder kaum Platz für drei oder vier Personen. Unterwegs: standen wir zu sechs, manchmal zu zehn und mehr in diesem Raum, von Müdigkeit, Hunger und Durst gequält. ,, Ich habe Hunger", knurrte Pfarrer Müller. ,, Auch ich habe Hunger", fiel ich in den ersten Refrain ein. Mehr tot als lebendig kamen wir nach 12 stündiger Fahrt in Ludwigshafen an, wo wir die Nacht auf einem Haufen Stroh verbrachten. Tags darauf dasselbe Bild in den Zellen des Zuges. Wieder etwa zwölf Stunden Fahrt. Diesmal nächteten wir im Würzburger Gefängnis, wo jeder ein eigenes Bett und ein gutes, warmes Essen bekam. Am 10. Dezember brachte uns der Gefangenenwaggon nach Nürnberg . Man führte uns in eine Turnhalle, deutlicher ausgedrückt, in einen Schweinestall. Wenn ich nicht selbst erlebt hätte, was gewiß mehr als 50 000 Gefangene hier im Laufe einiger Jahre erduldeten, müßte die Schilderung als erträumtes Phantasiegebilde Ablehnung finden. Die Feder sträubt sich, alles zu erzählen. Und doch soll der Versuch gemacht werden, das Bild des Grauens zu entwerfen. Vom 10. bis zum 16. Dezember 1942 waren wir hier wie Sardinen in der Büchse zusammengepreßt. Die Turnhalle faßt normalerweise kaum 400 Menschen, und wir waren zu 1000, ja zu 1500 aneinander gedrückt. Ein Kommen und Gehen wie in einem Bienenstock. Nur Krüppel und Schwerkranke saßen auf Bänken oder hockten am Boden. Die anderen standen da, bald auf dem rechten, bald auf dem linken Fuẞ, dicht
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