von Hilversum , van de Hurck, der italienische Geigenkünstler Gottipavero, ein bulgarischer Violinprofessor, sowie ein spanischer Komponist, deren Namen ich vergessen habe, schließlich der bekannte Wohlheim, der bei Furtwängler spielte, und viele andere wie Bacchia, Janicek, Travini usw.
Ein Mithäftling konnte in Dachau sein 50 jähriges Priesterjubiläum feiern, drei andere Pfarrer ihren 25 jährigen Jubeltag. Mir war es am Weißen Sonntag des Jahres 1944 vergönnt, die Festpredigt zum 25jährigen Gedenktage der Priesterweihe des Kameraden Lanique von Metz, zu halten.
Jeder verstorbene Priester erhielt ein Requiem. Eine Priesterbeerdigung in Dachau war für mich das Schauerlichste, was ich je erleben mußte. Am 3. Januar 1945 starb mein 57jähriger Priesterfreund Johann Rieß aus dem Saargebiet. Als wir morgens vor der hl. Messe die Nachricht von seinem unerwarteten Tode ins Ohr geflüstert wurde, lief ich schnellstens nach Nr. 3, wo die Leiche bereits ,, aufgebahrt" war. Nach der Lagerordnung mußten den in der Nacht auf den Blocks Verstorbenen sofort alle Kleider vom Leibe weggenommen werden. Die nackten Leichen lagen im Waschraum neben dem Abort aufeinander, oder man legte sie in die Lagerstraße, um sie nachher auf einen Moorexpreß zu werfen, der von Block zu Block geschoben wurde. Im Spital nahm ein Arzt die Obduktion vor, und dann gings ohne Weiteres zum Krematorium. So wollte es die vielgerühmte Nazikultur. Nicht nur Schändung der lebendigen Leiber, auch Leichenschändung! Da lag nun mein lieber Freund Rieß tot im Waschraum, ohne einen Fetzen Kleid am Leibe. Das war doch zu schrecklich. Da legte ein Kamerad dem verstorbenen Priester als Totengewand ein Brett auf den Leib. Gottlob warf man dann die Leiche nicht auf den Moorexpreß, sondern legte sie in einen Kasten, wie eines unserer Bilder es zeigt.
Wir erlebten in Dachau auch eine Priesterweihe mit nachfolgender Primiz. Seit Ende 1939 schmachtete der schwer lungenkranke Diakon Karl Leistner aus der Diözese Münster in Dachau . Oft habe ich ihm Hoffnung gemacht, Gott werde ihm sicher das hohe Glück schenken, in der Heimat die Priesterweihe zu empfangen. Leider ging es mit ihm gesundheitlich immer mehr bergab. Im Herbst 1944 schwand jede Aussicht auf Rettung. Doch der liebe Heiland erbarmte sich des
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