Auch die Lagereinrichtungs- und Putzkommandos verschlangen viele Arbeitskräfte. Unsere Zigeuner traten morgens mit Besen, Schaufeln, Eimern und Schubkarren an, um die weiten Plätze und die vielen Straßen tipptopp sauber zu machen, dazu im Sommer durch Netzen die Staubplage zu beheben und im Winter den Schnee zu entfernen. Das Waschen der Handtücher, der Abwischtücher und der Unterwäsche, sowie das Desinfizieren der Decken und Kleider erforderten ein kleines Heer von Häftlingen, denen zum Reinigen, Trocknen und Bügeln hochmoderne Maschineneinrichtungen zur Verfügung standen.
Im Lager bestand eine größere Bibliothek, eine Buchbinderei, eine Theaterabteilung, ja sogar eine Musikkapelle. Alle diese Einrichtungen erforderten Arbeitskräfte. Außerdem hatten wir Portiers, Nachtwächter, auch eine eigene Polizei und Feuerwehr.
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Die Büros fehlten ebenfalls nicht. Der Beamten, die selbst Häftlinge waren, liefen gar viele umher, ob überflüssig oder nicht, bleibt dahingestellt. Wenn tatsächlich alle diese Beamten die große, einzig richtige Lagerparole in der Dachauer Terminologie beobachteten: ,, Für die Häftlinge alles, für die SS aber Sch...!" da war kein einziger zu viel, da war jeder des Kameraden großer Nothelfer. Das Arbeitseinsatzbüro vermittelte die Kommandos, während das Lagerbüro den schriftlichen und mündlichen Verkehr zwischen den Häftlingen und der SS regelte, wie Anmeldung von Besuchen, von Verhören und von Strafandrohungen; es besorgte ferner die Statistiken, das Eintragen der Verstorbenen usw. Das politische Büro nahm die Personalien der Neuankömmlinge auf und unterhielt eine Kartothek über alle Häftlinge, mit ihrer Personalbeschreibung und dem Grund ihrer Inhaftierung. Die SS - Leute erhielten bekanntlich vom einfachen Soldaten bis zum höchsten General außergewöhnlich hohe Gehälter mit Zulagen und Abzügen. Die Regelung dieser Gehälter, die Zuwendungen an Unterstützungen, die Reklamationen, die Pensionsansprüche, die Geldentziehungen wegen Schuldenmachens, die Unterstützungen zugunsten der unehelichen SS - Kinder, die Reklamationen der SS- Frauen gegen ihre ungetreuen SS - Männer usw., wurden auf dem Besoldungsbüro gebucht, wo viele Kameraden, besonders Geistliche, arbeiteten. So bekamen wir einen interessanten Einblick in diesen Schwindel.
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