Unterstützung. Die Häftlinge gaben Zigaretten, Tabak, gestohlene Wäsche und Schuhe, auch echten Bohnenkaffee, den sie durch das Rote Kreuz erhalten hatten.Sie tauschten für die Rauchwaren und Leckerbissen der Rote-Kreuz-Pakete Gemüse, Fleisch und Brot ein. Ungeduldig warteten wir allabendlich auf unsere kühnen Kameraden, die sich und auch uns durch diesen Handel gesundheitlich über Wasser hielten. Der verbotene Briefverkehr zeitigte ebenfalls durch Vermitt- lung der Außenkommandos glänzende Erfolge. Manchmal w urden die Häftlinge bei der Rückkehr ins Lager einerFilzung unterzogen. So hieß nämlich die hochnotpeinliche Taschenrevision. Manche Kameraden dieser Außenkommandos schliefen in ihren Arbeitsstätten, hatten aber oft Gelegenheit, ins Lager hereinzukommen.

Auch innerhalb des Lagers arbeiteten nicht wenig Kameraden an

der Herstellung kriegswichtiger Produkte. Es war eine schwere, lang- andauernde und scharfkontrollierte Beschäftigung in den Flugzeug- motorenfabriken Messerschmitt, in Schlossereien, in Autoreparatur- werkstätten, im Atelier zur Wiederinstandsetzung zerbrochener Fern- rohre und ähnlicher optischer Instrumente usw. Die Kabelzerlegung fürchteten alle Kameraden. Hier wurden alte Kabel, schmutzige Drähte und rostige Eisenteile zerschnitten und zerschlagen. Bejahrte Leute langweilten sich in der Gurtenweberei. Da saßen sie zu Hunderten den ganzen lieben langen Tag an schmutzigen, zerrissenen Kleidern, Lum- pen oder Fäden, die in Teile zerlegt, zusammengebunden und verpackt wurden. Andere Kameraden arbeiteten auch an Webstühlen. Ernährung, Bekleidung, Sauberhaltung, Wohnungsunterhalt und dergleichen verschlingen in einer Familie viel Kleinarbeit. Und erst in einem Lager von zweiunddreißigtausend Gefangenen und etwa vier- bis fünftausend SS -Leuten. Wenn auch Schmalhans bei uns Küchenchef war, mußten doch viele Gefangene für den Magen der Kameraden Sorge tragen, dazu noch für jeden unserer SS -Schinder.

Da gab es Köche von Profession, aber auch Pfuschköche genug.

Kartoffelschäler, Gemüse- und Topfreiniger, Mieteneinleger, Arbeiter zum Entfernen der angefaulten Eßwaren, zum Transport der Lebens- mittel, zur Verwaltung der Magazine, der Kantinen usw.

Zum Bekleidungskommando zählten zwei Schustereien und einige

Schneidereien, in denen Tag und Nacht Fachleute, Lehrlinge und Hilfs-

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