unterstand neben dem Capo auch einem SS- Kommandoführer. Diese erhielten ihre Anweisungen von den Rapportführern, die von Offizieren, den Lagerführern, abhingen. Der Lagerkommandant, im Range eines Majors, war der höchste Führer des Lagers.
Alle zwei Monate ,, revidierte" ein höherer Stabsoffizier Himmlers unser Lager. Tags zuvor herrschte eine große Aufregung bei den niederen SS - Leuten und eine noch größere Nervosität beim Personal. Wie wurden wir da gehetzt, um ja alles in Ordnung zu bringen. Schein, äußerer Schein war die Hauptsache, Leben und Gesundheit der Internierten kleine Nebensache.
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Und doch war alles Herumhetzen ganz zwecklos. Die Hauptarbeit des Herrn Inspektors bestand darin, mit dem Kommandanten einmal die Straße hinabzugehen, höchstens noch das Zimmer des Spitals zu besuchen, in dem die kranken Capos lagen. Unsere Kapelle hatte die Ehre eines einminutenlangen Besuches dann begrüßte man längere Zeit die Insassen unserer ,, höheren Töchterschule." Nach Angaben einiger SS - Unterführer wurde die Hauptarbeit der Inspektion mit dem Kommandanten und den Lageroffizieren am Abend spät bis in die Nacht hinein bemeistert, indem die hohen Führer ihre Bäuche mit einem Festfraẞ anfüllten, welchen sie reichlichst mit französischen Weinen und Schnäpsen begossen. Während meines Aufenthaltes in Dachau hatten wir auch ,, die hohe Ehre", den größten Bluthund der Weltgeschichte, Reichsführer Himmler, auf Besuch zu haben. Gesehen hat ihn niemand. Doch sein erster Stellvertreter, sein Adjutant, geruhte am 7. März 1944 mich, als rangältesten Geistlichen, sechs Stunden lang zu verhören und mir einen Bericht über die Verhältnisse des Dachauer Lagers abzuzwingen.
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,, Arbeit macht frei!", war eine großsprecherische Phrase der SS. An dieses lügnerische Versprechen glaubte kein Häftling, und daher arbeitete er nur aus Zwang, suchte nach Möglichkeit ohne aufzufallen wenig und schlechte Arbeit zu leisten, auch Sabotage zu treiben, wo es nur anging.
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