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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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ich in Geduld die Fesseln tragen, die ich schon über 70 Tage trage, die mich furchtbar quälen und schmerzen. Was ich mit den Händen gesündigt habe! Um mich zu trösten und zu stärken, denke ich oft daran, wie Christus Fes­seln trug, wie Petrus und Paulus in Fesseln lagen. Im März ist es der neunte Herz- Jesu- Freitag. Ich weiß, daß Du alles mit mir leidest, aber bitte, faste Du nicht! Sorge, daß Du gesund bleibst! Wir wollen zusammen beten, daß Gott uns barmherzig sei. An die Einsamkeit habe ich mich ge­wöhnt und fange an, sie zu lieben. Ich entdecke langsam Talent zum Mönch. Als Trost und Spruch der Woche merke Dir von Bloy: ,, Es gibt nur eine Traurigkeit, diejenige, kein Heiliger zu sein." Für Deinen letzten Besuch bin ich Dir sehr dankbar. Es ist der Lichtpunkt; die gezählten Mi­nuten Deines Hierseins sind die Kraftreserven für die nächsten Wochen. Nun hoffe ich wieder, bis Du hier bist. Im Herzen werde ich noch ruhiger. Mein Leben liegt in Gottes Hand. Meine Existenz ist geborgen in der Gnade dessen, der am Kreuze hingerichtet worden ist. Die Form meines Lebens: zu hoffen auf die Barmherzigkeit und Treue Gottes. Die Passion ist die Weise, wie der Mensch von der geistigen Einsicht zur Realisierung Christi gnadenvoll geführt wird. Ein schmerzlicher, aber doch süßer Weg! Am schwersten wird mir die Geduld. O, was kann ich noch ungeduldig beten! All meine Sorgen, Schmerzen und Gebete opfere ich für die Gemeinde auf. Ich bete täglich, fast möchte ich sagen, für jeden einzelnen. Am meisten und inbrünstigsten für Dich. O, daß wir doch wieder nebenein­ander knien dürften! Sehr gefreut habe ich mich über die Zeilen aus Göt­ tingen . Schreibe ihnen doch, mir seien vor Freude über die tiefe Religiosität die Tränen gekommen. Ich denke ihrer in besonders dringlicher Weise... Dir selbst die herzlichsten Grüße und den gestammelten Dank von Deinem Bruder, dem nichts mehr gehört, nicht einmal das Leben. Auf baldiges Wiedersehen! Schreibe bald!

Brandenburg- Görden, 21. Februar 1944 Liebe Minka!

Ich sterbe um 3 Uhr.

Nun ist die Stunde gekommen, die Gott in ewiger Liebe für mich bestimmt hat. Der gute Scholz hat mir meine Beichte gehört und die Wegzehrung gereicht. In einer Stunde gehe ich hinüber in die Herrlichkeit des leben­digen Gottes. Ich habe mich ganz und restlos und ohne jeden Vorbehalt Gott ergeben. In Seiner Hand bin ich geborgen. In Seinem heiligen Herzen wird mich Christus hinüberreißen zum Vater. Maria wird mich beschützen und St. Josef mich begleiten. Nun muß ich noch Abschied nehmen von Dir. Hab herzlichen Dank für alles, alles, was Du im Leben mir Gutes getan hast! Sei gesegnet für die Liebe, die Du mir geschenkt, für die Nachsicht und Geduld, die Du mit mir gehabt. Besonders herzlich bitte ich Dich um

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