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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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der ich ja schuld bin an Deinem großen Weh. So wie Du schreibst: wir wollen es tapfer tragen in der festen Hoffnung, daß nach dieser Zeit der Buße und Prüfung Tage stillen Glückes und geschwisterlichen Zusammenseins kommen werden. Du weißt, meine große Liebe gehört meinem schönen Be­ruf. Du weißt aber auch, sonst gehört alle Liebe meines Herzens nur Dir. Ich habe immer gewußt, was ich an Dir habe in Deiner beispiellosen Selbstlosigkeit. Aber durch die schmerzliche und leidvolle Trennung kommt mir erst ganz Deine große stille Liebe zum Bewußtsein. Werde nicht bitter! Bewahre Dir und mir Deine Güte und Liebe! Ich werde sie sehr brauchen. Meine Tage fließen einsam dahin, einer wie der andere. Wenn nur recht bald der tägliche Gang in der frischen Luft erlaubt würde! Ich freue mich schon sehr auf Dein Kommen am Dienstag....

Stettin , 1. August 1943

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... Zelle 66, die ich allein bewohne, ist doppelt so groß wie die im Polizei­Gefängnis. Das Bett ist tadellos sauber und sehr ordentlich. Wenn ich an die Wanzen denke, die mir 5 Wochen lang keine Nacht Ruhe ließen, dann bin ich von Herzen froh, daß ich ohne Tabletten schlafen kann. Das Essen ist schmackhaft, wenn auch fettarm und ein wenig knapp. Ich darf noch in Zivil gehen und meine Wäsche tragen.... Als Arbeit muß ich alte Unifor­men in Lumpen reißen und sortieren. Wenn die Arbeit nicht so schrecklich stauben würde, wäre sie erträglich.... Morgen, an meinem Namenstag, werde ich in Gedanken nur bei Dir sein. Ich weiß, daß Deine Gedanken hier sind, und daß Deine besten Wünsche nur mir gelten. Auch wenn ich morgen keine Post erhalten sollte, sind wir so sehr vereint, wie nie zuvor. Not und Leid bindet ja unsere Herzen so fest. Ich bin so froh, daß Du so tapfer bist und mir dadurch hilfst, das Schwere zu tragen. Wenn ich doch recht bald alles Gute Dir vergelten könnte!... Den Rosenkranz von Guardini bete ich täglich und vom richtigen auch noch. Noch nie habe ich solche Einkehr gehalten. Wenn nur der Herrgott mir gnädig ist und unsere heißen Gebete erhören wollte! Alles, was in mir hohl und lau war, soll von mir fallen. Ich will zu meinem ersten Eifer zurückkehren. Ich habe wohl nie in meinem Leben so sehr die Kraft und Gnade, aber auch die Konzentration des Gebetes erfahren, wie in diesen Wochen. Trotzdem kom­men Stunden tiefer Depression, die so ganz allein durchlitten werden müs­sen.... Nun, liebe Maria, wie geht es Dir? Ich weiß, daß Du viel tapferer bist als ich. Deswegen gehört Dir nicht nur meine brüderliche Liebe, son­dern auch meine große Verehrung. Gräme Dich nicht, sorge für Deine Ge­sundheit, spare alle Liebe und Güte für den Gnadentag, wenn Gott uns wieder vereint!

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