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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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Fünfzehn Jahre lang war Dr. phil. Alfons Wachsmann , aus Berlin gebürtig, als Pfarrer und Studentenseelsorger in Greifswald tätig. Durch seine Dia­spora- Vorträge hatte er sich auch in vielen süd- und westdeutschen Priester­seminarien rühmlich bekannt gemacht. Unter der Beschuldigung, er habe die Höhe der Versenkungen durch die deutschen U- Boote angezweifelt, nicht an den Führer und an den Sieg geglaubt, sich defaitistisch geäußert und Wehrkraftzersetzung geübt, wurde er am 23. Juni 1943 von der Ge­ stapo verhaftet, in das Untersuchungsgefängnis von Stettin eingeliefert, mit den anderen Sträflingen wegen Fliegergefahr am 6. August in das Zucht­haus von Gollnow ( Pommern ) verbracht. Für die Termine verwahrte man ihn im Gefängnis Moabit, dann in Tegel . In seine Zelle eingeriegelt, durch­lebte er hier wie dort bei den schweren Luftangriffen furchtbare Stunden. Am 5. November und 4. Dezember 1943 fand die Verhandlung vor dem Volksgerichtshof in Berlin statt. Am 5. Januar 1944 wurde er nach Bran­denburg- Görden, zur Stätte der Todgeweihten, transportiert und hier am 21. Februar enthauptet.

Pfarrer Dr. Wachsmann hat aus seinen Gefängnissen eine Reihe Briefe ge­schrieben an seine leibliche Schwester Maria, die bisher mit ihm das Leben geteilt hatte. Zweierlei bricht aus den Briefen, die wir hier auszugsweise wiedergeben, in hellem Glanze hervor. Das eine ist das wahrhaft herzinnige Verhältnis geschwisterlicher Liebe, zum andern kämpft sich darin ein see­lisch schwer getroffener Rufer nach Rettung unter der Glut des Leidens aus dem Dunkel anfänglicher Depression durch zum heißen Dank für die Gnade solcher Prüfung und zum befreiten Gegenüber mit Gott . Die letzte, irdisch düsterste Strecke eines priesterlichen Lebens schwingt sich aus der notvollen Unruhe der Leidensungeübtheit, Hilfsbedürftigkeit und Verlas­senheit zur Sonnenhöhe christlicher Ergebung und Vollendung hinauf.

,, IMMER STEHE ICH VOR GOTT "

Stettin , 20. Juli 1943

Hab herzlichen Dank für die schnelle Zustellung der Schlafpillen! Dein Brief hat mir sehr wohlgetan. Ich weiß, daß hinter Deinen tapferen Zeilen ein blutendes Herz zuckt. Aber ich weiß auch, daß Du mir nicht gram bist,

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