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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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FRANZ WEINMANN

Der 1909 in Deilingen (Württemberg ) geborene Priester der Erzdiözese Freiburg , Franz Weinmann , jetzt Pfarrverweser in Heiligenzell bei Lahr , leitete als Kaplan an der Jesuitenkirche in Mannheim eine religiöse Ju- gendgruppe. Am 16. März 1942 wurde er von der Gestapo verhaftet unter der Anschuldigung, er habe mit seinenzu zeitgemäßen Belehrungen die katholische Jugend fortlaufend verhetzt und ihr Vertrauen zum national- sozialistischen Staat untergraben. Ohne Verhör und Verhandlung behielt man ihn drei Monate in Einzelhaft im Untersuchungsgefängnis Mannheim . Von da wurde er auf Anweisung von Berlin in das Konzentrationslager Dachau überstellt. Hier verbrachte er, am 5. Juni 1942 eingeliefert, drei bittere Jahre. Am 11. April 1945 erfolgte mit einer Anzahl anderer.deut- scher Geistlicher zusammen seine unerwartete Entlassung.

Weinmann schrieb im Lager eine ReiheSeelsorgsbriefe aus der Verban- nung, in der Absicht, für sich selbst und für andere seine Erlebnisse und Gedanken religiös-seelsorgerlich auszuwerten. Sie sind zum Teil dort im Verborgenen geschrieben und auf illegalem Weg hinausgeschmuggelt, zum andern Teil in Dachau skizziert und nachträglich ausgearbeitet worden. Wir geben vier dieser Briefe wieder.

UNERWARTETE CHRISTUSBEGEGNUNG

Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch er- quicken!(Matth . 11, 28). Dieses Wort ruft auf zur Christusbegegnung. Auf meiner Fahrt nach Dachau und bei meiner Ankunft dort dachte ich

nicht, daß es schon am ersten Tag zu einer wirklichen Christusbegegnung

käme. Und doch. Nachdem'an diesem ersten grausigen Tag der Dach- auer Zeit die Seele wirklich ganzbeladen war mit all den neuen und unschönen, unwürdigen und gemeinen, rohen und brutalen Eindrücken, wie sie bei den verschiedenartigstenAufnahmezeremonien erweckt wer- den, kam am Abend unerwartet wie ein Wunder Christus, um die Seele zu erquicken.

Es war Herz-Jesu-Freitag im Herz-Jesu-Monat, als ich am 5. Juni 1942 ankam, Schon dieses Zusammentreffen von Einlieferungstag und Herz-Jesu- Freitag zeigte mir ganz deutlich die Sühneabsicht Gottes. Im stillen be-

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