Druckschrift 
Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
Seite
93
Einzelbild herunterladen

uz auf

derwegen Störungen me! Bitt' d er dich h wohlbe­

wir es in ich auch wiele Jahre.

uern, aber fünf Jah­: Wieviel hts! ,, Wir

zählt, der liebhaben helfen kön­ringen, die

Izuviel Be­

wie es gehe,

nd daß Du

Wenn ich es Deine Feier

werden bei­

itte, ich die

ge der Ge und meiner

in unserem ber die Zu­

men", das

kann auch heißen: ,, Über seine Mägde", denn Du bist ja auch gemeint.- Beim Spaziergang dachte ich eben daran, daß das nun die Stunde Deiner Beerdigungen sei. Nimm doch jedesmal ein Wort, dessen Auslegung Dir eine Fülle des Trostes und der Hoffnung zuträgt. Die Leute sind alle so wund, daß das Thema immer das gleiche ist: ,, Es ist der Herr, der Euch zu sich ziehen will." Wie wir selbst losgemacht sind von dem Karussell­fahren um unsere Meinung( warum, wozu, wie lange), müssen wir Gottes Kräfte weitergeben.

23. November

-

( An Brigitte) Es ist schon eine Woche her, daß ich Euch schrieb, und heute ist es fast zu dunkel zum Schreiben, weil die Sonne nicht kommen will. Aber anfangen will ich den Brief doch schon und Dir danken für den Plauderbrief vom 3. November, der mir große Freude gemacht hat. Du er­zählst darin vom Turnen bei Tante E.- Du mußt nicht betrübt sein, wenn etwas Neues beim Lernen nicht gleich leicht geht. Was schwer ist, macht hernach viel größere Freude, auch Tintenschreiben und Rechnen. Lernen ist ja kein Spielen. Das merke ich als Dein Vater jetzt auch wieder, wo ich neu lernen muß, als ein Gefangener ein frohes Herz zu behalten und dem lieben Gott zu sagen: ,, Drum wart' ich still, dein Wort ist ohne Trug, du weißt den Weg für mich, das ist genug." Gestern nachmittag war ich eben aufgestanden, da wurde ich heruntergeholt. Wer stand da? Unsere G. ( die Hausangestellte). Sie wollte in Herne einkaufen und hatte an der Tür gebettelt, sie wollte mich doch mal sehen. Erst hatte der Wachtmeister das nicht erlaubt, dann ließ er sie aber doch ein. Die Tränen kullerten nur so aus ihren Augen. Ich habe mich zu ihr auf die Bank gesetzt, und wir haben uns was erzählt. Dann ging sie ganz fröhlich wieder davon. Mutter kommt jeden Tag, das ist meine größte Freude. Manchmal muß sie unterwegs in den Bunker, aber gestern war ein Tag ohne Alarm. Grüße Tante E. von mir... Gott behüte Dich und die ,, Kinderheimat".

28. November

Die Losung heute erinnert mich daran, daß ich nicht gern täglich Zulage von Dir habe. Sonst wird mir das hiesige Essen zu schwierig. Und ich möchte doch so gern auch das mit Danksagung empfangen.

2. Dezember

Ich wünsche Dir eine Adventszeit, für die Du noch in Deinem Alter danken kannst, so voller Sternlein in der Nacht, voller Durchhilfe und voll kleiner Freuden. Und wenn ich dann für eine Zeit leiblich aus Deiner Nähe ver­

93