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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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zialen zu erzählen, wohl den Ärmsten der Armen, über deren Leben nie eine Sonne geleuchtet hatte. Es waren junge Mädchen und alte Frauen. Oft kam mir der Gedanke: Wäre es nicht besser gewesen, eure Mutter hätte euch nie geboren? Wie schwer waren sie zu bändigen, wie verlogen, miẞgünstig und haẞerfüllt, wie armselig im ganzen waren sie! Es gehörte schon letzte Energie und eine ganz große Liebe dazu, mit ihnen fertig zu werden. Zahlreiche aus ihnen waren behaftet mit ansteckenden Krank­heiten und Seuchen, waren entfesselt und großgezogen in der Unterwelt der Menschheit, verkommen an Leib und Seele, alle Menkmale dieses La­sters an sich tragend. Herzlos und gleichgültig gingen diese Ausgestoßenen über sich selbst und über ihre Mitgefangenen hinweg. Viele benahmen sich ohne jeglichen Anstand. Schwülste Erlebnisse wurden laut zum Gaudium der ganzen Baracke zum Besten gegeben. Gegenseitiger Verrat und Ver­leumdungen untereinander machten mir das Leben in diesem Block unsag­bar schwer. Und wie sie das Stehlen verstanden! Nichts war vor ihnen si­cher. Oft haben sie mir meine kärgliche Tagesration Brot gestohlen, selbst die Pellkartoffeln vom Teller! Ob die Lagerleitung auch härteste Strafen dafür verhängte, oft sogar 25 Stockhiebe, nach einigen Tagen fielen sie schon wieder in ihr altes Laster zurück. In die liebevolle Fürsorge gütiger, verstehender Menschen hätten diese Unglücklichen hineingehört, aber nicht in das Inferno eines KZ., wo unter Peitsche, Gummiknüppel und dressier­ten Hunden dieser Schlag Menschen ohne Halt, ohne Glauben, ohne Gott nur noch schlechter werden mußte.

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Als ich den überschweren Posten als Blockälteste in diesem Block zu über­nehmen hatte, war ich entsetzt. Aber meine Bitte an die Lagerleitung, in der Außenarbeit bleiben zu dürfen, hatte keinen Erfolg. ,, Sie haben den Posten zu übernehmen, ob Sie es wollen oder nicht!", sagte die Oberauf­seherin, und tiefunglücklich ging ich auf den Block II. Während ich am Abend auf meiner Pritsche lag, dachte ich an die Worte des heiligen Pau­lus: ,, Allen alles werden!" Doch welche Elastizität, wieviel Güte und Nachsicht und geduldiges Ertragen menschlicher Sonderbarkeiten, ja Niederträchtigkeiten wurden hier verlangt! In dieser Umgebung einen sol­chen großmütigen Grundsatz und Vorsatz durchführen zu können, dafür war ich noch lange nicht reif und gütig genug. Dazu bedurfte es schon eines Heiligen, wie du, großer, heiliger Paulus, einer warst, mit einem ,, Herzen, stark wie der Diamant, aber zart wie eine Mutter", um das Wort des französischen Kanzelredners Lacordaire zu gebrauchen. In diese neue, mir völlig fremde Welt ganz plötzlich hineingestellt ich hätte verzagen können. Doch es blieb mir ja nichts anderes übrig, als den Versuch zu wagen. Der Versuch hat sich gelohnt. Viele dieser Verworfenen habe ich sehr lieb gewonnen, und sie hingen an mir mit ihrem ganzen leidenschaftlichen

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