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Barmherzigkeit geworden. Ja, dieser Abgrund der Bosheit erschloß uns erst voll den unendlichen Abgrund göttlichen Erbarmens und überreicher Gnade. Tief haben wir unter das Kreuz treten müssen, durften dafür aber auch ganz in die große Gottesliebe hinein. Wenn Christus mich berief zu.die- sem Kreuzweg seiner Nachfolge, dann erwartete er auch etwas von mir, und so wie ich das Kreuz mit ihm zu tragen mich jeden Tag neu bemühte, so würde die Gnade Gottes mir schon helfen, unter diesem Kreuze nicht zusammenzubrechen. Sie hat es wunderbar getan. Gerade in den Augen- blicken, da ich mich am Rande des menschlich Erträglichen befand und selber nicht mehr weiter konnte, trug sie mich.
Besonders in den einsamsten Stunden des Dunkelarrestes, wo ich acht Tage und acht Nächte in einer kleinen, stockfinstern Zelle zubringen mußte und jede Stunde des Tages die diensttuende Aufseherin erschien, um Ohr- feigen und Fußtritte willkürlich auszuteilen, wo die Augen brannten von ungeweinten Tränen, wo ich das Wimmern, Stöhnen, das rasende Geschrei tobender, wahnsinnig gewordener und zu Tode gequälter Frauen und Mäd- chen hörte, wo ich vermeinte, es nicht mehr länger ertragen zu können, da war der verlassene Erlöser am Kreuze meine ganze Hoffnung, und so oft und immer wieder habe ich leise, damit nur niemand es vernahm, für mich gebetet:
Dornen, Hohn und Hiebe,
o gekreuzte Liebe!
Liebe, die sich selbst vergibt, Liebe, die sich totgeliebt!
Erwägungen und Kraft zum ergebenen Kreuztragen strömten mir unter anderem aus Reinhold Schneiders Büchlein„Der Kreuzweg“ zu. Dompropst Donders hatte es mir in die Bitternisse des KZ. geschickt. Im Strohsack hielt ich es versteckt, und von da ist es heimlich von Häftling zu Häftling gewandert. Sicherlich hat es manchen von ihnen aufrichtende Antriebe in die Verlorenheit ihres Zertretenseins gegeben.
Mindestens siebzig bis achtzig Prozent aller deutschen Häftlinge im Frauen-KZ. Ravensbrück waren Berufsverbrecher, Asoziale und Dirnen. Sie wußten nichts mehr vom Kreuz und von der bereiten, kreuztragenden Liebe, die sich selbst vergißt, die mit Christus das Kreuz trägt in tief- christlicher Erfüllung des Lebens und Leidens und die doch noch lächeln und froh sein konnte, wenn auch unter Tränen. Aber wie Christus in der Gefangenschaft denen begegnete, die sich an ihn hielten oder ihn suchten, wie sie immer neu seinen Halt, seinen Trost, seine Liebe erfuhren, davon möchte ich hier berichten. Diese Begegnungen waren mannigfaltigster Art. Da war die liebe, edle Generaloberin aus dem Sudetengau, mehr als sieb-
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