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und für uns getragen hat; so mühten wir uns, im Glauben darüber zu stehen. Schon am Abend konnte ich mündlich Grüße bestellen lassen an Martin Niemöller und an den katholischen Caritas- Direktor Karls aus Elberfeld. Auch gab es gleich Besuch von einem gefangenen evangelischen Pastor. Karls reichte uns einen Nachmittagstee mit belegten Broten, und wir wurden für die ersten Tage mit allem versorgt, was nötig war. Im Zugangsblock hatte ich nun noch einige Tage köstlicher Verbundenheit mit unserem Helmut. Wir schliefen nebeneinander, teilten innerlich und äußerlich alles miteinander. Wir hatten interessante Gespräche mit dem Blockschreiber, einem gelehrten Tschechen. Er hatte sich der indischen Philosophie zugeneigt und lehnte das Evangelium radikal ab. Als er meinte, Gott sei so groß, daß wir ihm gegenüber nur Ameisen seien, fragte ihn Helmut: ,, Und was meinst Du denn nun dazu, wenn Gott selbst zur Ameise wird?" Ich vergesse es nicht, daß dieser Mann mir nach Helmuts Heimgang nur sagte:„ ,, Das sehe ich, daß Du Trost hast". Er kam dann plötzlich weg, und ich sah ihn nie wieder. In der Nacht zum 20. November erkrankte Helmut schwer. Im Revier, wo er eine verhältnismäßig gute Behandlung erhielt, konnte ich ihn noch zweimal besuchen. Dabei brachte ich ihm aus der am Morgen im Pastorenblock gehörten Predigt den Satz eines Dieners von seinem fernen Herrn mit: ,, Meinetwegen kann er jeden Tag kommen!" Wie bald dies Wort für Helmut wahr wurde, ahnte ich nicht. Am Dienstag, den 23. November abends fand ihn der katholische Bruder aus Nimwegen, sein treuer Pfleger, wie er unruhig wurde und plötzlich mit dem Wort: ,, Ach, Vater!" in Erstarrung fiel, aus der er nicht mehr erwachte. Am andern Morgen wurde ich zu seiner Leiche gerufen, die für Dachau bis dahin unerhört aufgebahrt war. Ich konnte ihm noch die Augen zudrücken. Eine freundliche Hand hatte für grünen, blühenden Schmuck und brennende Kerzen um den Sarg gesorgt. An ihm hielt Pastor Walter aus Danzig am Nachmittag in Gegenwart von evangelischen und katholischen Brüdern eine Feier unter dem Worte Gottes. Mit meiner Frau wurde ich eins in getrösteter Trauer. Wir hatten innerhalb zwei Jahren von unseren vier Söhnen, die alle Theologen der Bekennenden Kirche waren, zwei vor Moskau verloren und nun den 271/ 2jährigen Helmut in Dachau . Am Abend berichtete ich in der Kapelle des Pastorenblocks über den Glaubensweg des Heimgegangenen im Anschluß an den Denkspruch, den ich ihm bei der Konfirmation gegeben hatte: ,, Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf den Herrn und verkündige all Dein Tun"( Ps. 73, 28). Am Schluß der Feier sagte mir ein katholischer Freund: ,, Dann kann man ja wohl gratulieren!" worauf ich antwortete: ,, So ist es recht verstanden."
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