Ja, Gott ist gut, und unser Herz darf Ihn ruhig und kühn um Großes bitten: Er übertrifft in jedem Fall die Kühnheit unseres Bittens; denn er schenkt sich ja selber. Und es war, als sei das Kind... Zeichen und Bote.:. O, es war eine schöne halbe Stunde, und ich war schon er- schüttert, als mir D. am Schlusse— da sie doch Gottes Fülle selber ge- bracht— frohe Weihnachten wünschte...
Tagebuchnotiz(St. Stephanustag), 26. Dezember 1944
... Und so beging ich denn einsame, aber innige Weihnacht. Mitternachts- messe mit einem einzigen Kerzlein, das die arme Zelle festlich durch- leuchtete... Es war, als wichen die Wände in diesem Haus der Schmer-
zen, der Schuld, der Reue, vielleicht auch manchmal— der Heiligen! Und als sei alles eine Schar, die an der Krippe kniete... Hirtenmesse und Hochamt— beide beging ich mit Liedern und mit meiner Missa de
Angelis, und ich habe fast noch nie so viel und so freudig gesungen wie in meiner Zelle... Der arme braune Tisch war Altar und Krippe. Ein Krippenbild war da(H. Baldung Grien), ein Kreuz(Seewald), ein Michael (Wendling), ein herrliches winterliches Heimatbild, ein Bild meiner lieb- sten Frau und das Familienbildchen. Auch weihnachtsgrünes Papier als festliche Hülle, ein Sträußlein aus Beuron und ein getrocknetes Blümchen aus unserem Garten. Die Wellen der Freude wollten gar nicht abschwel- len... In der innersten Seele spürte ich, wie lieb uns der Herr hat und wie gut Er zu denen ist, die sich Ihm zu eigen geben.„Allen aber, die Ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden“(Joh. 1,12).
Brief vom 14. Januar 1945— An die Frau
In Deinem lieben Neujahrsbrief entscheidest Du Dich für die Zuversicht:
‚vertrauen, man kann doch nicht ausweichen‘. Und Du hast recht: Man
kann dem Willen Gottes— und Sein Wille ist ja identisch mit Seineı Liebe— nicht ausweichen, ohne sein Ziel zu verfehlen. So wollen wir also... still warten, was Er uns zumißt. Nicht auf das Kommende hin-
starren wie auf ein dunkles Unheil, sondern wie vertrauende Kinder auf die Kerze beim Gewitter. Alles ist Gnade und das Schwere gar erst recht.
Tagebuchnotiz vom 18. Januar 1945(Als der Sohn zum letztenmal ins Feld ziehen mußte.)
Du hast ihn bei seinem Namen gerufen und seinen reinen Sinn sich freuen lassen am Glanz Deiner Geheimnisse, die ja die leuchtenden Abgründe Deiner Liebe sind... Man konnte spüren, daß er sie erfahren hatte in
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