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dankbarer bin ich Euch.— Nun fiel mir aus Euren letzten Briefen ein dunkler Klang ins Ohr: D. klagt, es gelinge ihr schwer, die glücklichen und erfüllten Augenblicke in den Alltag zu nehmen, und G. schlägt sich gar mit einem Ungeheuer wie mit dem Wort ‚Existenz‘ herum, und man spürt deutlich, es schmerzt Euch irgendwo. Liebe Kinder: es wird uns alle allezeit irgendwo schmerzen, solange wir atmen. Aber vielleicht hört Ihr dazu ein Vaterwort: an meinem vergitterten Fenster, an einem ganz 8T0- ben Zimmermannsnagel hängt, mit einem dünnen Fädchen dort angeheftet, ein seltsames Sträußlein; ein störrig Kraut würdet Ihr wohl sagen: Blät- ter, Blüten, wie sie mir Mutti oder Ihr selber wohl mitgeschickt habt: fahl- gewordene Nelken, Asparagus , eine Kleeblüte, ein Röslein, Erika und noch einiges, was sich kaum mehr ‚botanisieren‘ läßt. Aber ich spüre, wie auf dem armseligen noch ein Kuß glüht, ich sehe die bergende, streichelnde Gebärde geliebter Hand beim Entsenden. Und darum ist trotz Armut Herr- lichkeit um die schlichte Zier, und so oft ich hinsehe, sagt mein Herz: Re du armer Strauß, o du geliebter Mund, o ihr lieben guten Hände, o Liebe, Seele, Seligkeit!‘“ Sonst nichts. Und alle Sonne, die je über dem leben- digen Blühen gelegen, leuchtet hell aus dem armen Sträußlein und er- quickt mir das Gemüt.
Ob man daslernen kann? Das kann man: bereit sein für die Freude!
Ich grüße Euch von Herzen. Euer Vater
Tagebuchnotiz vom 6. November 1944
Gestern also(23. Sonntag nach Pfingsten) war es ein halbes Jahr! Aber auch an diesem Abend habe ich das Te Deum gebetet; weil ja Gottes Wille jederzeit lobwürdig ist. Und weil auch Dank fällig ist— trotz der mit diesem Zellendasein verbundenen Not. Manchmal ist mir doch, als erginge es mir wie den Dreien im babylonischen Feuerofen: die Flammen der Be- drängnis werden verdrängt durch die Kühlung des Gottestrostes, der mir von überallher durch spürbares Gebet zuteil wird. Nie zuvor hatte ich wie jetzt die fortdauernde Empfindung der Ruhe, des Friedens und der Ge- borgenheit... Die Gewißheit geistig-geistlicher Erfülltheit ist eine blei- bende Wirklichkeit meines Tageslaufs; sie durchdringt mich als eine Ver- bundenheit mit dem Willen Gottes, der auch in diesen Mauern sich an uns vollziehen will, intensiver vielleicht als unter„normalen“ Umständen. Meine Seele, ihre Kleinheit, Schuld, Verzagtheit habe ich hier besser einsehen können als draußen, und so ist es gewiß der göttliche Wille, daß ich Ihm jetzt mich hingebe, ohne nach dem Warum und nach dem Ausgang zu fra-
sen; einfach in der Gewißheit: ‚Du wirst es recht machen, mein Gott,
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