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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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ihm nach dem Bischof schweigend in ihrem Zuchthäusleraufzug die Hände auf. Alle andern Priesterhäftlinge strecken gemeinsam die Arme aus. Ganz still war es in unserer‚Kapelle. Die Herzen zitterten:Veni sancte spiritus... Hier erst erfaßten wir ganz, daß die Priesterweihe eine Bluttaufe ist für die Ewigkeit. Nun wurden die Hände, die gebunden waren, mit heiligem Öl] gesalbt, damit sie die segnen, die sie in Ketten gelegt haben, daß sie für diejenigen sich zum Gebet erheben, die sie ver- fluchten. Es war so, wie es der heilige Paulus in seinem Gefangenschafts- brief an die Korinther schreibt(1 Kor. 4, 1213):Man flucht uns,und wirsegnen; manverfolgtuns,undwirneh- men es geduldig hin; man verleumdet uns, und wir spenden Trost. Wie der Auswurf der Welt sind wir geworden,wiederAbschaumallerbiszur Stunde. Was wir hier mit ehrfürchtigem Schauern erlebten, ist nicht in Worte zu fassen. Innig lagen sich am Schluß Neupriester und Blockältester in den Armen. Ich gab dem Neugeweihten, dessen Antlitz von Ergriffenheit und Freude überstrahlt war, den Friedenskuß und konnte es nicht unterlassen, zu sagen:Karl, es geschehen noch Zeichen und Wunder! Auf der Stube 3 unseres Blockes, auf der er früher beheimatet war, gab es zum Abschluß ein kleines Frühstück. Die Mitbrüder hatten hierzu Gaben aus ihren Pake- ten gestiftet und bedienten nun Bischof und Neugeweihten. Es war eine wirkliche Agape, ein heiliges Liebesmahl. Ein Karmelitenbruder hatte eine prächtige Urkunde geschrieben, unterzeichnet von Bischof, Spiritual und Blockältesten, zum dauernden Zeugnis und Gedächtnis an diese feierliche Handlung.

Am Tage des Heiligen, der ihm so teuer war, am Feste des Stephanus, hat Karl Leisner die erste heilige Messe gefeiert. Sie sollte auch die letzte seines Lebens sein. Der Tag der Priesterweihe hatte ihn seelisch und kör- perlich so stark mitgenommen, daß er sich erst 14 Tage erholen mußte. Zwar noch lebend, aber dem Tode verfallen, wurde er am 4. Mai 1945 aus

dem Lager entlassen. Sein treubesorgter Freund, Jesuitenpater Pies, sein

stiller Exerzitienmeister, mußte ihn aber sofort in ein Krankenhaus ein-

liefern. Im Waldsanatorium Planegg in Oberbayern verbrachte er seine letzten Lebenswochen, reich an Liebe und Glück in die Ewigkeit hinüber- wachsend. Hier durfte er das Wiedersehen mit seinen guten Eltern und Geschwistern begehen. Kurz darauf hauchte er in den Armen seiner Mutter aus. Es war am Sonntag, den 12. August. Die Leiche wurde nach Cleve in seine Heimat übergeführt. Der Begräbnistag war für den Niederrhein wie sein Primiztag. Rote Rosen als Symbol des Martyriums und grüne Palmen zur Versinnbildlichung des Sieges lagen auf dem schlichten Sarge, der im roten Meßgewand sein Irdisches barg. Beim Gang in die Ewigkeit mag

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