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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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Hier konnte ich nun unter meinen Confratres als Priester wirken. Alle vierzehn Tage versammelte ich diejenigen aus dem Bistum Münster zu einer sogenannten ,, Diözesansynode". Die ,, Sitzung" fand stehend auf der Blockstraße statt. Aber schon sehr bald wurden unsere priesterlichen Zu­sammenkünfte vom kommunistischen Stubenältesten beanstandet, und wir kamen nur noch ganz geheim zusammen. Als Einführung unserer ,, Synode " diente stets eine Lesung aus den Gefangenschaftsbriefen des hl. Paulus, die uns Mut und Kraft und Bekennergeist gaben. Dann erzählte man sich aus der geliebten Heimat, Gedanken wurden ausgetauscht, Briefe vorge­lesen, die von daheim eingelaufen waren. Dies stärkte unsere brüderliche Gemeinschaft: ,, Einer trage des andern Last!"( Gal. 6, 2). Am Schluß unserer ,, Tagung" beteten wir gemeinsam für unseren Bischof Clemens August, für die geistlichen Mitbrüder der Diözese Münster , vor allem auch für die Priester aus Welt- und Ordensklerus, die im KZ. be­reits gestorben waren.

Inzwischen war unser lieber Karl Leisner sehr krank geworden. Man stellte eine hochgradige Tuberkulose fest. Oft haben wir Priesterhäftlinge unter­einander den Wunsch ausgesprochen: ,, Wenn doch auch ein katholischer Bischof nach Dachau käme!" Dann könnte Karls Herzenswunsch in Er­füllung gehen, er könnte zum Priester geweiht werden! Welch ein Erlebnis müßte das sein im KZ.! Hier, an der Stelle, wo Priesterleben und Priester­wirken so brutal vernichtet wurde, sollte ein neuer Priester geboren wer­den! ,, Was toben die Heiden und schmieden die Völker eitle Pläne?"( Ps. 2, 1). Die gütige Vorsehung erfüllte auf wunder bare Weise unseren Wunsch. Im September 1944 wurde der französische Bischof Gabriel Piquet von Clermont- Ferrand als Gefangener in Dachau eingeliefert. Unser Pfarrer und Dechant im KZ., selbst Häftling, teilte es mir bewegt mit. Jetzt konnte Karl zum Priester geweiht werden! Unbe­schreiblich war unsere Freude über diese Aussicht. Karl aber lag schwer krank als Todeskandidat im Revier. Was mußte es ihm bedeuten, als Prie­ster in die Ewigkeit gehen zu dürfen! Mit dem unauslöschlichen Merkmal des Priestertums durfte er dann, ein Apostel Christi, ein zweiter Stepha­nus, sich in der ewigen Heimstatt des Himmels erfreuen!

Mit tiefer Ergriffenheit denke ich hier an die heiligen Vierzig gekrönten Märtyrer, deren Fest die Kirche am 10. März begeht. Zur Zeit des Kaisers Lizinius zeichneten sich 40 Soldaten in einer Kleinstadt Armeniens durch Glauben und heroische Standhaftigkeit aus. Gefesselt lagen sie im dunklen Kerker. Mit Steinen bewarfen die Schergen des Kaisers ihr Gesicht. Un­bekleidet mußten sie im kältesten Winter unter freiem Himmel auf einem zugefrorenen Teich die Nacht verbringen. Auf diese Weise sollten sie um­kommen. Standhaft hielten sie die grausame Marter aus. Keiner dachte

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