Druckschrift 
Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
Seite
29
Einzelbild herunterladen

Die

ben

ich Blut erst rum

‚Er irkt, t an

fech-

Jesu

urch uns )ual.

; an

nein

Hilfe eines freundlichen Postens heimlich das Abendmahl. Der Wein war aus der Zelle von Ernst von Harnack , der schon früher hingerichtet wurde, die Oblaten hatte ein katholischer Pater, der Jesuitenprovinzial Rösch, aus seiner Zelle gegeben. Übergroß ist da das Glück von Perels. Immer wieder drückt er dem Bruder seine Freude und Dankbarkeit darüber aus und meint, wie unwesentlich alles dagegen sei, was er je an Laufereien, Planen und Anstrengungen vollbracht habe.

Im Leben Perels spürt man etwas von der großen Verwandlung, die mit dem Menschen vorgeht, wenn er der Wirklichkeit und Macht Gottes be- gegnet und sich ihm ganz ausliefert. Dieses neue Wesen des Menschen strahlt in seine Umgebung aus. So gibt er, der Todgeweihte, seiner ihn be- suchenden Frau Kraft zum Durchhalten. Wenn sie ihn nicht sehen, sondern ihm nur Nahrungsmittel bringen kann, läßt er ihr mit den Büchern oder leeren Schachteln fast immer einen Zettel mit den wenigen Worten zu- kommen:

Ich bin getrost, seid ihr es auch!

So ist sein ganzes Sein zur damaligen Zeit ein einziges Bekenntnis zu Gott . Den höhnischen Bemerkungen der Gestapo -Beamten und auch dem berüch- tigten Präsidenten des Volksgerichtshofes, der immer nur hohnlächelnd in der Gerichtsverhandlung von demJustitiar der Bekennenden Kirche spricht Perels war der Justitiar des Rates der evangelischen Kirche der altpreußischen Union tritt er mit aller Ruhe entgegen. So sagt er ein- mal dem.vernehmenden Beamten:

Auch Sie müssen sich, Herr Kommissar, ob Sie es glauben oder nicht, im letzten Gericht verantworten für Ihre Taten.

Und als seine Peiniger dann voller Spott und Drohung sagten:Nach dem Krieg wird noch ganz anders gegen die Kirche vorgegangen, sie wird über- haupt noch ganz abgeschafft, antwortete er:

Das glaube ich nicht, die Kirche bleibt, ob Sie es wollen oder nicht. Nicht als Politiker wurde er auch letzten Endes gefangen genommen, viel- mehr hatte ihn die Tätigkeit für die Kirche in Gefahr gebracht. Der Pflicht: verteidiger bestätigte es, wenn er Perels mitteilte, der Vorwurf, er seiein Mann der Kirche, zöge sich wie ein roter Faden durch die Akten. Und er selbst äußerte einmal bei einem Besuch seiner Frau:

Es ging immer wieder gegen die Kirche, und ich bin dankbar, daß ich denen da Verschiedenes habe sagen können. Wenn auch viel anderes da- bei war, im Grunde richtete sich alles gegen die Kirche. Dies trat auch wieder am Verhandlungstage vor dem Volksgerichtshof zu Tage.

Im Dienste der Bekennenden Kirche knüpfte er all die Bande zu Politikern, Militärs und hohen Dienststellen. Die Beziehungen zu diesen und die häu- figen Besuche bei ihnen verrieten ihn schließlich. Dieses rastlose Leben

29