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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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Herrn im Sakrament in die Plantage herauszubringen. In ein reines Pa pierchen eingewickelt, gut versteckt in einer Falte unserer gestreiften Häft­lingsjacke, trugen wir unseren darbenden Mitbrüdern die heilige Weg. zehrung zu. In einem Tannnenbäumchen war der Tabernakel. Durch die Gitter des Stacheldrahtzaunes hindurch reichte uns eine mu­tige Frauenhand Weizenbrot und Wein. In einem wogenden Ährenfeld ver­steckt, feierte ich die heilige Messe, da ich an Sonn- und Feiertagen zu­weilen Dienst hatte. Der Wind übernahm das Spiel der Orgel, die Lerchen jubelten die Responsorien, für das Memento mori war auch gesorgt. Prie­sterkameraden stiegen über eine wackelige Leiter auf den Speicher eines Geräteraumes, hefteten ein Kreuzbildchen an einen Dachsparren und flü­sterten zwischen Blumenkörben, Drahtgestellen und Schilfmatten das Hoc est corpus meum oft genug klopfenden Herzens, wenn unter ihnen die polternde Stimme eines der SS - Männer hörbar wurde. So ward unser Tag­werk ein wahres sacrum convivium ein heiliges Zusammenleben mit Christus.

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Wiederum in anderer Gestalt zeigte Er uns seine Nähe an: ,, Er ent äußerte sich selbst, nahm Knechtsgestalt an, wai den Menschen gleich und ward im Äußern als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuze"( Phil. 2, 5-8).

Priester waren dazu ausersehen, die übelriechenden Abfälle aus dem Lager und seiner Umgebung zusammenzutragen und auf einem schweren, gummi­bereiften Wagen fortzuführen. Knietief standen sie im Schmutz, verschwitzt und ermüdet von der schweren Arbeit, staubig von Ruß und Asche. Sie dachten wohl auch manchmal an die blendend weiße Albe und den Gold­brokat, der ihnen besser stand und den sie als Priester getragen, auch an die weißen Linnen und goldenen Gefäße, die sonst ihre geweihten Hände berührten. Wie tief hinabzusteigen gebot ihnen die Nacht! Da kam der Herr auf sie zu in seiner tiefsten Erniedrigung: Die Geistlichen hatten auch aus den großen Siedlungshäusern der SS - Familien rings um das Lager die Mülleimer zu leeren. Da! In einem der Schmutzkübel, begraben unter Asche und Ruẞ, faulenden Kartoffeln und Gurkenschnitzen, lag ein weg­geworfenes Kruzifix. Ein Arm des Gekreuzigten war gebrochen, der ganze Leib in Unrat getaucht. Ehrfürchtig und liebevoll nahm ihn der Priester auf; allen um ihn erstarb das Wort auf der Zunge. Eine halbe Minute lang mögen sie es betrachtet haben, dann legten sie es in eine Ecke des

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