Druckschrift 
Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
Seite
17
Einzelbild herunterladen
  

bend­

aller

orgen. igsten

einzig. ehrere

wir die

würden

ach in am ha­

rer der

gekom­

da die nähert ichkeit

he wir

et des

ALBERT RIESTERER

Einer der 23 Geistlichen aus der Freiburger Erzdiözese im Konzentrations. lager Dachau war Pfarrer Albert Riesterer . Mit besonderer Liebe und Be­fähigung nahm er sich in der Seelsorge der heranwachsenden Jugend an, Daraus erwuchsen ihm seitens der Gestapo viele Schwierigkeiten und Vor­ladungen. Am 1. Juli 1941 machte er sich mit den Ministranten. seiner Pfarrei Mülhausen bei Engen auf nach dem Heiligtum der herben Mutter­gottes von Schenkenberg, um mit ihren am Feste Mariä Heimsuchung dem Wallfahrtsgottesdienst beizuwohnen. In Zelten wollte man die Nacht ver­bringen. Da tauchte nachts um 10 Uhr unverhofft die vom Ortslehrer ange­stiftete Gestapo auf. Aus dem Zelt weg verschleppte sie im Auto den Pfarrer in das Polizeigefängnis nach Singen. Dort gab er zu Protokoll, die Glau­bensbedrohung in der Schule zwinge ihn, auch weiterhin mit der Jugend in enger Fühlung zu bleiben. Demgemäß befahl und begründete das Reichs­sicherheitshauptamt in Berlin die Haft ,,, weil er die staatliche Jugenderzie­hung für eine Glaubensbedrohung hält und mit allen Mitteln und Kräf­ten versucht, diese zu sabotieren". Nach einigen Wochen kam Riesterer in das Amtsgefängnis Konstanz . Am 2. Oktober setzte man ihn auf freien Fuß, wies ihn jedoch aus Baden und Hohenzollern aus. Auf der Staats­polizeileitstelle in Stuttgart suchte man ihn bei einer Unterredung zu kö­dern: ,, Kommen Sie zu uns, Sie bekommen sofort einen guten Posten in der Jugendbetreuung. Ziehen Sie den Priesterrock aus, und alles ist gut." Eine Zumutung, die auf die nationalsozialistische Denkungsart und Taktik ein grelles Schlaglicht wirft! Am 26. Oktober wurde er in Freudenstadt erneut in Schutzhaft genommen. Der kommissarische Bürgermeister von Mülhausen, über die Anhänglichkeit der Gemeinde an ihren Pfarrer erbost, war eigens zu diesem Zweck nach Berlin gefahren. Riesterer wurde am 14. November 1941 in Dachau eingeliefert. Gesuche der Kirchenbehörde und seiner 74jährigen Mutter um Freilassung blieben erfolglos. Der letz­teren bedeutete die oberste Gestapo - Instanz: ,, Ihr Sohn ist in seinen Pre­digten und in seinem sonstigen Verhalten in äußerst staatsabträglicher Weise in Erscheinung getreten. Im Interesse der Staatssicherheit wurde da her seine Festnahme erforderlich. Gerade in der gegenwärtigen Kriegszeit muß von allen deutschen Volksgenossen ein bedingungsloser Einsatz für den nationalsozialistischen Staat erwartet und alles unterlassen werden, was die innere Widerstandskraft unseres Volkes irgendwie schwächen 2 Sieger in Fesseln

17