behalten dürfe. Die Antwort war: ,, Selbstverständlich, und wenn Sie keines bei sich hätten, könnte ich es Ihnen leihen." Im Gerichtsgefängnis, wohin die Beschuldigten meist nach wenigen Tagen kamen, waren sogar noch Besuche durch Gefängnispfarrer gestattet, und sonntags durfte jeder, der es wünschte, am Gottesdienst teilnehmen. Dazu drangen von draußen zu uns die beglückenden und kräftigenden Mitteilungen von den großen Fürbitte. gottesdiensten, die die Gemeinden veranstalteten, und von den Andachten, zu denen sich die Angehörigen der Verhafteten an den Besuchstagen jeweils versammelten. Immer wieder hörten wir durch die Fenstergitter hindurch den Choral, den das Glockenspiel der Garnisonkirche regelmäßig erklingen ließ. Die amtliche Erlaubnis zur Seelsorge und zum Gottesdienste im Gefängnis wurde durch unsere Bewacher verständnisvoll, von manchen sogar liebevoll gehandhabt. Zwar hat mich keiner von ihnen so gerührt, wie 1916 während meiner Kriegsgefangenschaft in Sibirien ein russischer Soldat, der uns eines Abends einen Gefallen abschlug und dann nach kurzer Zeit wieder. kam mit der Erklärung: ,, Ich darf nicht so häßlich zu Euch sein, Ihr seid doch auch Christen." Aber unsere Gefängnisbeamten waren durchweg freundlich und teilnahmsvoll. Sie machten sich auch ernste Gedanken darüber, was es bedeutete, wenn sie jetzt plötzlich so viele Pfarrer zu be wachen hatten, und sie bemerkten verständnisvoll die frohe Festigkeit, welche die Verhafteten erfüllte. Sie freuten sich herzlich mit an guten Scherzen, die auf diesem unzerstörbaren Grunde erwuchsen, so wenn ein junger Pfarrer eine Postkarte, die er auf dem Dienstwege an Niemöller ins Gefängnis nach Moabit sandte, mit den Worten schloß: ,, Mit freundlichen Grüßen von Haus zu Haus." Nur die von unserer Gemeinde erbetene Erlaubnis, im Gefängnishofe Choräle zu singen, wurde abgeschlagen mit der Begründung, darüber würden die gefangenen Kommunisten toben, und andere könnten dann ja auch beanspruchen, für ihre Freunde Lieder zu singen.
Was drinnen im Gefängnis für ein Geist herrschte, das sprach am schönsten aus den Worten eines Pfarrers, eines äußerlich wenig ansehnlichen Menschen, der mir alsbald nach seiner Einlieferung laut über die ganze Gefängnistreppe hinweg zurief: ,, Hier wollen wir aber unserem Herrgott Loblieder singen!" Wir erlebten etwas davon, was die Fröhlichkeit der Apostel bedeutete, als sie würdig gewesen waren, um Christi willen Schmach zu leiden( Apg. 5, 41). Aber uns ging auch jetzt erst recht zu Herzen, daß wir als Knechte des Herrn die anderen, auch die Bösen, zu tragen haben ( 2. Tim. 2,24-26).
Als sich 1944 abermals Gefängnispforten hinter mir schlossen, erschien hier die vorausgegangene Gefangenschaft, so dankbar ich für alles damals Erfahrene, auch für die gewonnene Bekanntschaft mit manchen Äußerlich
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