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erwecken. ,, Warum", hören wir wieder und wieder fragen ,,, schweigen wir nicht von Dachau , von Buchenwald , Auschwitz , Ravensbrück ?" Nein, wir sollen nicht schweigen, denn es ist gewiß, daß Menschen, die solches duldeten völlig anders werden, daß unter welchem Zwange auch immer sie sich entschließen müssen, eine Verantwortung zu ergreifen, die bis an die Pforten der Hölle reicht, und im Vertrauen auf die Gnade und das Kreuz es wagen müssen, in dieser Verantwortung für die vom Widersacher und seinen Knechten fort und fort bedrohte Welt zu stehen. Wir bedürfen der Wahrheit von Gott und der Wahrheit vom Bösen. Aber nur gültige Zeugen, die hin zu Christus gingen und dem Bösen ,, in die diabolischen Augen" geblickt haben, sollten sprechen. Von den Gefängnissen, Lagern und Richtstätten her will eine erschütternde Kraft in unser Dasein dringen; sie will uns nicht lassen, wie wir sind; wir sollen fortan einen Anteil haben an den schrecklichen Nächten der in ihren Zellen Eingeriegelten, über denen die Hölle herniederbrach, an der ausweglosen Einsamkeit der Verzagenden, die scheinbar überwunden und doch sieghaft in ihre letzte Stunde gingen. Ihre Züge sollten vor unseren Augen haften in ihrer verklärten Unerbittlichkeit.
Täuschen wir uns nicht: was hier an Leiden geschildert wird, deutet die ganze Wirklichkeit des bestandenen Leides kaum an. Keiner der hier vereinigten Zeugen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Greuel zusammenzutragen. Ihnen allen ist es sehr schwer geworden, zu sprechen. Und wenn einige unter ihnen noch zu schreiben vermochten mit gefesselten Händen, so war es, um Gott zu danken, der ihnen nahe war, und um das innere Licht zu senden aus der Finsternis. Auch wir sollen ja eingefordert, eingeschmolzen werden von der Gnade. Die Gnade ist das Anderswerden, die Einsicht in die Schuld und die umwandelnde Kraft dieser Einsicht. Was Pfarrer Hesse und sein Sohn nach dem Angriff auf Barmen gesagt haben, was H. Feurstein in seiner großen Predigt zu Beginn des Jahres 1942 verkündete, das war im Grunde nur das einem jeden auferlegte Wort, dem ein jeder hätte schützend zustimmen müssen. ,, Heilige " waren in der frühen Zeit der Kirche die Gläubigen; glauben: das hieß heilig sein, nach dem Werk zu trachten, das der Herr getan; und es ist die furchtbare Größe der letzten Verfolgungszeit, daß Glauben wieder als Heiligung im unbedingten Sinne verstanden werden mußte; daß der Glaube unwidersprechlich auf den Weg der Heiligung wies, in das eine, heilige Leben. In Ketten lagen wir ja alle; Sieger in Ketten waren nur wenige. Aber vielleicht haben sie für alle gesiegt. Gleichsam am Rande des Lebens, das die Zeugen in den Lagern und Gefängnissen führten, erscheint das furchtbare Leiden derer, die nicht Zeugen waren, die ohne Christus das Entsetzliche bestehen mußten und bestanden. Es wäre eine verhängnisschwere,
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