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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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Fabian hielt, wie von einem Zauber berührt, plötzlich den Schritt an. ,, Christa?" fragte er wie ein Träumender. ,, Ist denn Christa bei dir?"

Einen Augenblick später stand Christa im Atelier. Wolfgang hatte den Raum verlassen.

Fabian ging langsamen Schrittes auf Christa zu, und die Härte seiner Züge löste sich. Ihr schlichtes, klares Gesicht, ihre sanften, braunen Augen, ja, sie war es! Er streckte ihr die Hand hin, und ein Zucken lief über seine hageren Wangen.

,, Ich bin dem Zufall sehr dankbar, daß ich Sie noch einmal sehen durfte, Christa", sagte er, und seine Stimme klang sehr leise. ,, Dank für alles!"

Christa sah ihn verlegen an und fand keine Worte, so ver­ändert erschien ihr sein graues Gesicht.

,, Kehren Sie gesund zu uns zurück!" sagte sie dann und lächelte.

Fabian schüttelte den Kopf. Er trat dicht an Christa heran. ,, Werden Sie recht glücklich!" rief er mit leiser Stimme und drückte ihr nochmals die Hand. ,, Und jetzt leben Sie wohl, Christa! Wir werden uns nicht wiedersehen."

Und er ging schnell zur Türe.

XII

Fabian eilte rasch zu seinem Auto. Etwas wie Freude zitterte in ihm, er konnte es fast Glück nennen. Er hatte sich mit Wolf­gang ausgesöhnt und das Wunder erlebt, Christa noch einmal zu sehen.

Aber schon, als der Wagen sich der Stadt näherte, wurde er von Unruhe erfüllt. Eine nie gekannte Traurigkeit stieg in seinem Herzen empor. Die einzigen Menschen, die er wahrhaft liebte, hatte er für immer verlassen, und er würde sie nie mehr sehen. Schmerz überfiel ihn. Die beiden lebten in einer Welt für sich, die für ihn abgeschlossen war für alle Zeiten, in die er nur ein­dringen konnte wie ein Dieb. Der Gram drückte ihn zu Boden.

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