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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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menschenleer, nur selten begegnete man einem Fuhrwerk, das sich zwischen den Schuttbergen den Weg suchte. Ruinen rings­um, ausgebrannte Fensterhöhlen, rauchgeschwärzte Gebäude, ge­spenstische Giebel! Er liebte es, hier in der vollkommenen Stille seinen Gedanken nachzugehen.

Wie allein er doch war, wie fürchterlich allein, und er spürte es in jeder Stunde! Wertvolle Menschen, denen er zugetan war, mieden ihn heute. Sein Herz schmerzte, wenn er an Christa dachte und er dachte oft an sie. Es bestand kein Zweifel, sie war reizend und liebenswürdig zu ihm gewesen, als er sie zuletzt sah, aber er fühlte, daß sie sich Mühe gab, reizend und liebenswürdig zu sein. Sie konnte tun, was sie wollte, er spürte die Trennungs­wand, die sich zwischen ihnen erhob, er spürte sie allzu deutlich. Er wußte auch, daß sie sich Wolfgang wiederum genähert hatte, dessen Schroffheit ihr früher mißfiel. Sein Bruder Wolfgang, den er noch immer wahrhaft liebte, hatte ihm die Türe verschlossen, ein für allemal. Robby war elend umgekommen, und Harry kämpfte irgendwo im Raum von Stalingrad mit seinem Panzer, mutig bis zur Tollkühnheit gewiß, berauscht von der Sieges­zuversicht der Jugend. Ob er ihn wiedersehen würde, wußten nur die Götter. Harry selbst hatte ihm beim Abschied erklärt, daß er nicht anders als mit dem ,, Ritterkreuz" zurückkehren werde.

Mit Clotilde hatte er gebrochen, für jetzt und alle Zeiten. Wie ein Obdachloser hauste er zur Zeit in einem kleinen Zimmer seines ,, Büros Aufbau".

Wenige Tage, nachdem er ,, Amsel" kaufte, hatte Clotilde von dem Landhaus Besitz ergriffen und ihre geräumige Stadtwoh­nung großzügig dem ,, Klub der Freunde" überlassen. Sie richtete ,, Amsel" mit den herrlichen alten Möbeln und Teppichen sehr geschmackvoll ein, wie man offen zugeben mußte. Die riesige Bibliothek des Sanitätsrats schaffte sie zum größten Teil in den Keller. Nur einige tausend Bände behielt sie in der Wohnung, tadellos gebundene, prächtig aussehende Bücher. Das gab ihrem Haus ein gelehrtes Aussehen, wogegen sie nichts einzuwenden hatte. Was in den Büchern stand, kümmerte sie nicht, denn sie las ja seit Jahren kein Buch mehr.

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