zu ihm kam.
zu besinnen.
es mir zur
n. crat, wich er im zur Türe anten große ein Bart wat spärlichen, chen Maske hatte Fabian
„Sie kennen ja meinen Standpunkt in diesen Fragen, Herr Sanitätsrat“, erwiderte er, um sich persönlich reinzuwaschen.
Fahle nickte und lächelte ironisch, daß man seine kleinen Zähne zwischen den dünnen, stahlblauen Lippen sah.„Ich kenne ihn, jawohl!“ sagte er.„Es ist der Standpunkt vieler Leute, wie ich weiß. Um so erstaunlicher ist es, daß niemand eine Hand rührte, von Ihrem Bruder Wolfgang abgesehen! Sie werden das zugeben müssen. Verzeihen Sie meine Aufrichtigkeit, sie ist das "einzige, was man uns Juden gelassen hat.“
Fabian errötete über die bitteren Vorwürfe Fahles und um das Gespräch von diesem peinlichen Thema abzulenken, fragte er ihn, ob er Nachricht von Marion habe?
Sofort veränderte sich Fahles blasses Gesicht, seine dunklen
Augen flammten lebhaft, und an den Seiten seiner kalkigen Nase erschienen lebhafte rote Streifen. „Von Marion?“ fragte er erfreut.„Ja, einen kleinen Zettel von der polnischen Grenze konnte sie mir zusenden! Er kam aus Breslau und ist sehr flüchtig und in starker Erregung hin- geschrieben. Trotz aller Flüchtigkeit hat er mich hochbeglückt! Hoffentlich sehe ich mein Kind gesund wieder. Marion ist ja das einzige Glück meines alten Herzens!“
Indessen, der Sanitätsrat war in einer besonderen Angelegen- heit zu Fabian gekommen, in einer sehr eiligen und wichtigen Angelegenheit, wie er sagte. Er wollte ihm sein Gut in Amsel- wies verkaufen.
„Amsel wollen Sie verkaufen?“ fragte Fabian mit äußerstem Erstaunen und lachte.„Aber Sie wissen ja, daß ich kein Mil- lionär bin“, setzte er belustigt hinzu. Fahle blieb ernst.
„Man zwingt mich dazu, lieber Freund!“ sagte er völlig ruhig.
Wieder wunderte sich Fabian über seinen Gleichmut.
Es war in der Tat erstaunlich, mit welcher Ruhe und Würde Sanitätsrat Fahle die jahrelangen Verfolgungen, Bedrohungen,
, Schikanen, Beschlagnahmungen, Vermögenskonfiskationen bei
seinen siebzig Jahren ertrug. Zwar litt er an einer Erkrankung seiner Nerven, die aber niemand bei kurzer Beobachtung fest- stellen konnte. Häufig überfielen ihn Weinkrämpfe, die sich jedoch nicht bei niederdrückenden Anlässen und schweren Schick-
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