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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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Vorzüglich ausgedrückt", erwiderte Fabian ,,, aber Sie ver­raten mir zur selben Minute, daß Sie viel zu sagen hätten. Wes­halb sollten Sie in meiner Gegenwart nicht alles ebensogut aus­sprechen können wie früher?"

Frau Beate lachte. ,, Wie früher!" rief sie aus. ,, Ach, wie herr­lich wäre das! Aber es gibt kein, Früher' mehr. Die Welt um uns hat sich verändert, und wir haben uns mit ihr verändert. Wir sind nicht mehr fähig, wie früher zu sprechen, niemand ist dazu imstande. Die Begriffe haben sich geändert, die Worte haben eine andere Bedeutung gewonnen. Man hat zuviel gehört, Lüge und Wahrheit, alles durcheinander, und kann kaum noch die Lüge von der Wahrheit unterscheiden. Wir sind alle vom Argwohn vergiftet und von Mißtrauen zerfressen, wir befürchten alle, hinter der Wand könnte einer stehen, der zuhört. Wir haben zu oft das Wort Denunziant gehört, das es früher bei uns kaum gab. Uns allen fehlt es an Unbefangenheit und Natürlichkeit, um noch einfach, klar und wahr sprechen zu können."

دو

Wenn das alles wahr wäre, was Sie sagen", versetzte Fabian nachdenklich ,,, so wäre es unendlich traurig."

Frau Beate griff nach einer neuen Zigarre. ,, Leider ist es nur allzu wahr!" erwiderte sie. ,, Und es ist nicht nur traurig, sondern im höchsten Grade tragisch, daß es dahin gekommen ist."

Betrübt und von tiefer Niedergeschlagenheit erfüllt, ging Fabian an diesem Abend durch den stillen Hofgarten nach Hause. Sollte es wahr sein, was Frau Beate sagte?

II

Fabian hatte Sanitätsrat Fahle sofort besucht, als er von Marions und Mamuschkas Verhaftung erfuhr, wenn es auch nicht un­gefährlich war, mit einem Juden irgendeine Verbindung zu unter­halten. Seit diesem Besuch hatte er sich allerdings nicht mehr um den Sanitätsrat gekümmert und war daher sehr überrascht, als

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