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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
430
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Rücken gegen die Wagenwand gelehnt. Sie hatte nicht mehr die Kraft, sich auf den Beinen zu halten.

Als der Zug in einer Station hielt, rief der junge Verkäufer mit den braunen Locken den Soldaten an, der bei jedem Aufent­halt zur Kontrolle am Zug entlangging. ,, Wir haben eine Kranke im Wagen, Soldat", schrie er durch die Spalte.

,, Nur sachte, sie wird schon wieder gesund werden", ant­wortete der Soldat lachend. ,, Die Fahrt dauert noch lange."

,, Aus der Hölle sind sie gestiegen, in die Hölle wird der Herr sie hinabstoßen!" schrie Simon mit seinem tiefen Baß durch die Spalte und lachte zornig, so daß der Schnee von seinem steifen Hut fiel.

Die hübs

blickte auf. rasch. Panik während sie trommelten

Hunger, Durst, Kälte, es war etwas zuviel. Man durchwühlte Koffer und Säcke, aber nichts, nichts, nichts, die letzten Vorräte waren längst aufgezehrt. Es war zum Verzweifeln. Der Zug hielt erneut, und man schob die beiden kleinen schwarzlockigen Mäd­chen Meta und Rosa an die Türspalte, sie riefen mit ihren feinen Stimmchen in das Schneetreiben hinaus: ,, Wasser, Soldat, Wasser! Wir bitten um Wasser!"

Die Hausdame Rebekka mit den schneeweißen Locken schrie über den steifen Hut Simons hinweg so laut sie konnte: ,, Brot, ein Stück Brot, Soldat!"

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Eine wahre Rebellion entstand im Viehwagen. Männer und Frauen stießen Beschimpfungen und Flüche aus. ,, Wir sollen wohl krepieren? Schämt euch, ihr gemästeten Halunken! Frauen und Kinder laßt ihr verhungern! Schande und Schmach! Pfui über euch!"

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Simon aber schrie mit seinem tiefen Baß durch die Spalte: ,, Aus der Hölle sind sie gestiegen, in die Hölle werden sie fahren!" Der Soldat aber ging achtlos weiter. Aus allen fünf Viehwagen drangen Rufe und Geschrei.

Im Wage sie alle Ang frieren.

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In einer größeren Station, wo der Zug länger hielt, versuchte Marion ihr Heil, und alle Augen waren voller Hoffnung auf sie gerichtet. Sie sah eine junge hübsche Schwester des Roten Kreuzes Zigaretten rauchend auf dem Bahnsteig stehen. ,, Haben Sie Mit­leid, Schwester!" rief sie der jungen Pflegerin zu. ,, Geben Sie uns eine Kanne Wasser! Der Brunnen ist gleich hinter ihnen."

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