Druckschrift 
Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
419
Einzelbild herunterladen

r. ,, Wissen Sie

"

be? Ich meine,

mich ebenfalls

cht vorstellen"

gefiel ihm. ,, Ich

zusammen zu nen weiß Got Buch vorlesen

sie rot wurde

pf hatte nie in auch den To ten aber war ich liebte er e e und schlechte

un noch nie ge

en Früchte aus ann klingelte

Marke ich zu

ie ,,, ich finde i die Langewe

E

suche. Sie sind and ich in diese de einen Kursu Thloß er lachend

on beunruhigt ss sie antworte

doch mehr mit

ch deutlich, da Aber ich wil

Ihnen etwas gestehen, Marion. Ich habe sehr wenig Interesse für diese Geschäfte, wie ich schon vorhin sagte. Anfangs glaubte ich, die Politik würde mich völlig ausfüllen, aber es war eine Täu­schung. Es war eine Täuschung, wie vieles andere in meinem Leben. Eine Politik, in der ich fast nicht das Geringste zu be­stimmen habe, kann mich nicht befriedigen. In Wahrheit habe ich für nichts Interesse! Ich habe, sehen Sie, keine wirklichen Freunde, ich habe nur Kumpane zum Spielen und Saufen. Ich habe auch niemand, den ich wahrhaft liebe, keine Eltern und Geschwister. Ich habe keine Ideale, für die ich mich begeistern könnte, ich habe keinen Glauben und keinen Gott, ich habe nichts. Ist das nicht etwas wenig?"

Marion war von diesem nüchternen Bekenntnis erschüttert, das die gleichgültige Stimme nur noch nüchterner erscheinen ließ. Sie schüttelte den Kopf und sagte: ,, Dann sind Sie wahr­haftig nicht zu beneiden, Herr Gauleiter, was fast alle tun, wenn ich das sagen darf."

Rumpf lächelte. ,, Sie dürfen alles sagen, was Sie wollen", ent­gegnete er. ,, Ich wünsche sogar, daß Sie mir auch Wahrheiten sagen, die mir mißfallen könnten. Sie glauben nicht, wie selten ich die Wahrheit höre. Sehen Sie", fügte er mit einem kurzen Auflachen hinzu, indem er aufstand ,,, ich habe nicht einmal einen Menschen, der mir die Wahrheit sagt."

Er begab sich zu einem kleinen runden Tischchen in der Ecke, auf das der Diener die Sektkelche gestellt hatte, und bat Marion, zu ihm zu kommen. Während er sich eine Zigarre anzündete, fuhr er fort: ,, Sie werden wohl erstaunt sein, mich heute in einer so ernsten Stimmung zu finden! Nun, ich will Ihnen offen ge­stehen, in den letzten Monaten viel nachgedacht zu haben. Dabei fand ich heraus, daß das Leben, das ich lebe, völlig unsinnig und sinnlos ist. Es ist keineswegs so durchdacht und sinnvoll aufgebaut wie das Ihre, ganz und gar nicht! Kurzum, ich habe beschlossen, es von Grund auf zu ändern. Hören Sie? Von Grund auf!"

,, Ich höre", entgegnete Marion mit beklommener Stimme. Aus welchem Grund sagte er ihr all das? Sie wollte sich soeben eine Zigarette anzünden, unterließ es aber, da sie fühlte, wie stark ihre Hand zitterte.

27*

419