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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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breiten Fluß, das war die Bischofsbrücke. Die Platanenallee hatte hier ein Ende, und die Tram führte von der Brücke aus direkt zum Rathaus. Trotzdem brachte Frau Beate nicht den Mut auf, den sicheren Eisenstab loszulassen, um quer über die Straße zu gehen, wo sie auf die Schienen der Tram stoßen mußte. Ich werde kriechen, dachte sie.

In diesem Augenblick heulte die Sirene Alarm. Das Geheul klang härter und lauter als im Hofgartenviertel. Eine zweite Sirene wurde zur gleichen Zeit etwas entfernter am anderen Ufer des Flusses hörbar. Und schon begannen zur großen Erleichte­rung von Frau Beate die Scheinwerfer zu spielen. Etwas wie Jubel erfaßte sie. Sie erkannte zu ihrer Freude das dunkle Ge­wölk am Himmel, die Massen der Baumwipfel, die Umrisse hoher Häuser und steiler Dächer. Die erschreckende Finsternis war zu Ende! Ein blauer Funke traf ihr Auge und kroch auf der Erde entlang, das war die Kurve der Trambahn. Sie eilte rasch darauf zu und fühlte bald die Schienen unter den Schuhen.

,, Ich bin unterwegs, Christa! Freue dich, mein Mädchen, in einer guten Stunde bin ich bei dir."

Ein Militärauto mit abgeblendeten Lampen rauschte an ihr vorbei, und eine lange Strecke der Trambahngeleise lag auf kurze Zeit deutlich vor ihren Blicken. Sie konnte nun rascher vor­wärtsschreiten.

Hoch oben am Himmel donnerten die Motoren. Eine rote Leuchtkugel erschien urplötzlich am Himmel, und die Flak rings um die Stadt schoß aus allen Rohren. Da vereinzelte Sprengstücke auf die Straße herunterprasselten, flüchtete Frau Beate unter ein

Haustor.

Gott stehe mir bei, dachte sie, jetzt sitzen die drei hinter ver­schlossener Türe auf Nummer siebzehn, wehrlos den Bomben ausgeliefert. Als ein dröhnender Einschlag im Weberviertel er­folgte, aus dem sie soeben kam, sah sie die traurigen Augen der unglücklichen Witwe vor sich, deren einziger Wunsch es war, ihren Sohn noch einmal wiederzusehen. Diese unglückliche Frau hatte ihrem Sohn ins Feld geschrieben:, Schieße Dich durch die Hand, dann wirst Du aus dem Heer entlassen und kommst ins Lazarett, und ich besuche Dich jeden Tag.'

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