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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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salat und alle Salate, die sie machte, waren im ganzen Viertel be­rühmt. Nun, die Emmy war jung und frisch und schmiß nur so mit den Augen, aber das verstehen ja alle jungen Mädchen, nicht wahr? Natürlich hatte sie viele Verehrer, aber die muß ja ein Mädchen haben, damit sie ihre Auswahl treffen kann.

hatte Emmy nu auswärtigen Sen Einstellen. Sie li Emmy konnte n wenn gar nichts

Jahr lang, jeden Einmal nun

von Eduard, die Punkt zehn, wie schaltete Englan nahm ich Schrit es ist Walter. sprochen', sagte

Nun aber begann sie auch auf den Walter Blicke zu werfen, und diese Blicke genügten mir. Ein einziger Blick, müssen Sie wissen, meine Dame, und ich weiß Bescheid! Ich paßte natürlich auf und eines Tages erwischte ich die beiden. Ich warf die Emmy, so wie sie war, sofort aus der Wohnung, da stand sie nun im Hemd und in der Hose auf der Treppe, und die Leute kamen nach Hause und lachten sich halbtot, das ganze Haus lachte!" Frau Lukasch in ihrem unsichtbaren Bett lachte laut auf, und alle lachten, selbst die bekümmerte Witwe hörte man kichern. Frau Lukasch machte hier eine kleine Abschweifung und er­zählte von der Mutter ihrer Nichte Emmy, die eigentlich gar nicht ihre Nichte war, sondern nur eine weitläufige Verwandte. Diese Mutter war so dünn und mager, daß sie einen Strick um die Hüfte binden mußte, sonst verlor sie ihre Röcke. Auch diese arme Frau, die Mäntel nähte, fütterte sie ebenfalls heraus, so daß sie die Röcke nicht mehr verlor. Morgen würde die Näherin als Entlastungszeugin bei Gericht erscheinen, der Anwalt hatte sie angefordert.

-Schade, sch

jemand griff fe

n

Student, der Pf gegangen. Emm und sie hatten Frau Lukasch welche Wahrhe Ist das Recht es erlaubt, daß wog, und den erlaubt, daß sol meinheit zufüg Richter?" Frau Lukasch Richtern alles s

,, Mit dem Walter söhnte ich mich wieder aus, meine Dame", fuhr Frau Lukasch fort ,,, denn er war so ein Mann, nach dem ersten Gläschen mußte man ihn lieben, ob man wollte oder nicht, nach dem zweiten aber war er ein Teufel, der seine eigene Mutter im Bett erschlagen konnte." Nun, auch mit Emmy söhnte sie sich schließlich wieder aus, sie konnte ja schließlich nichts dafür, daß sie sich in Walter verliebte. Emmy hatte damals einen Bräu­tigam, einen Studenten, der Pfarrer werden wollte. Er hieß Eduard und war so ein armes Luder, das einem das Erbarmen über­kommen konnte. Auch ihn fütterte sie in diesen schweren Zeiten heraus, daß er sich wieder sehen lassen konnte.

Frau Lukasch seufzte tief auf. Ja, nun aber kommt es", seufzte sie. Nach einer Pause fuhr sie fort: ,, Nun aber kamen diese schlimmen Zeiten, in denen wir heute leben, und darauf

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haben.

Endlich schw geschlafen sei. Es war ganz gedämpft Auto die weit entfer

Stadt.

Da aber dran

eise, schüchter